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Werbung Internet-Spezialisten sind gesucht

19.11.2007 ·  Die Werbung im Internet wächst rasant. Allerdings finden viele Agenturen kaum noch die nötigen Spezialisten. Der Nachwuchs zieht oftdie Marketingabteilung von Unternehmen vor.

Von Judith Lembke
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Glaubt man dem Klischee, könnten Arbeitswelten kaum ferner sein als die Werbebranche und der öffentliche Dienst. Während den einen eine hohe Arbeitsbelastung in einem schillernden Umfeld unterstellt wird, tragen die anderen das Stigma der Bequemlichkeit und Langeweile. Gemein haben sie jedoch ein schlechtes Image in der Öffentlichkeit: Bei einer Forsa-Umfrage zum Ansehen von Berufen belegten Werber und Beschäftigte im öffentlichen Dienst gemeinsam mit Telekom-Mitarbeitern die letzten Plätze.

Die Zeiten, in denen der Agenturnachwuchs händeringend jede Stelle annahm, sind vorbei. Mittlerweile ist es umgekehrt: Viele Agenturen suchen verzweifelt nach qualifizierten Mitarbeitern. Die letzte Arbeitsmarktanalyse des Werbeverbandes ZAW ergab, dass im ersten Halbjahr 2007 knapp 30 Prozent mehr Stellen in der Werbung angeboten wurden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Besonders die Agenturen suchten neue Mitarbeiter, vor allem Internetspezialisten.

Marketingabteilung statt Agentur

"Die besten Köpfe gehen nicht mehr in die Werbung", sagt Henning von Vieregge, Hauptgeschäftsführer des Agenturverbandes GWA. Viele Berufsanfänger ziehen die Marketingabteilungen von Großunternehmen den Agenturen vor. Als Gründe werden vor allem die schlechten Einstiegsgehälter und die hohe Arbeitsbelastung genannt. Den glamourösen Ruf, mit der die Branche früher allen Nachteilen zum Trotz noch viel Nachwuchs anlocken konnte, hat sie eingebüßt.

Stattdessen machten Horrorgeschichten über despotische Agenturchefs und unbezahlte Endlospraktika die Runde. Als Antwort auf die Misere hat der GWA nun Praktikumsstandards festgelegt. Dadurch sollen der Ruf einer Hospitanz wieder aufgewertet und die Ausbeutung der Praktikanten verhindert werden. Vom Nachwuchsmangel sind insbesondere mittelständische Agenturen betroffen. Sie können Mitarbeiter häufig weder mit interessanten Etats noch mit guten Gehältern locken. Wenn sie auch noch einen unattraktiven Standort haben, sieht es besonders schlecht aus: Gerade Kreative finden es weniger schlimm, arm in "sexy Berlin" als auf der Schwäbischen Alb zu sein.

Quelle: F.A.Z., 19.11.2007, Nr. 269 / Seite 23
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Jahrgang 1978, Redakteurin in der Wirtschaft.

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