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Vergütungs-Prognose Gehälter steigen 2010 nur geringfügig

29.09.2009 ·  Die Gehälter in Deutschland werden im kommenden Jahr im Schnitt um 2,2 Prozent steigen. Das prognostiziert das Beratungsunternehmen Kienbaum in einer neuen Studie. Sehr viel stärker steigen werden dagegen die Gehälter in Osteuropa. Dort frisst aber die Inflation vieles wieder auf.

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Die Gehälter in Deutschland werden im kommenden Jahr voraussichtlich im Schnitt um 2,2 Prozent steigen. Das ergab eine aktuelle Studie der Managementberatung Kienbaum. Das Beratungsunternehmen untersuchte dafür die Gehälter in 25 europäischen Ländern.

Im deutschsprachigen Raum identifizierte die Studie dabei die größten Gehaltszuwächse in Österreich. Spitzenreiter in Sachen Gehaltsprognose ist aber Russland mit einer vorgesagten Erhöhung der Durchschnittsvergütung von 9,5 Prozent. Gut sehen die Zahlen auch in vielen anderen osteuropäischen Ländern aus, aber: Die Inflation frisst vielerorts den Geldsegen wieder auf.

Unterschiedliche Trends in Deutschland

Je nach Hierarchiestufe und Branche verändert sich die Vergütungshöhe laut der Studie in Deutschland künftig sehr unterschiedlich: Die Gehälter außertariflich bezahlter und leitender Angestellter können beispielsweise entweder noch moderat steigen oder stagnieren. Im Industriesektor, vor allem in der Automobil- und Chemiebranche, die besonders stark von der Krise betroffen ist, werden die Bezüge der Vorstandsmitglieder und leitenden Angestellten 2010 hingegen um 5 bis 15 Prozent sinken.

Generell zeichnet sich in ganz Europa der Trend ab, dass die variablen Bezüge (Auszahlung für 2009) im nächsten Jahr im Schnitt um einen zweistelligen Prozentsatz sinken werden.

Spezialisten in Österreich erhalten die größte Gehaltssteigerung

Im deutschsprachigen Raum erhalten der Prognose zufolge Spezialisten in Österreich 2010 die größte Gehaltserhöhung: 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr haben sie künftig voraussichtlich im Portemonnaie, während ihre deutschen Kollegen 2,3 Prozent und Schweizer Spezialisten lediglich 1,9 Prozent mehr verdienen. Im Schnitt erhalten Führungskräfte und Angestellte in Österreich eine Gehaltserhöhung von 3,3 Prozent, in Deutschland sind es 2,2 Prozent und in der Schweiz 2,0 Prozent.

Auch im Topmanagement streichen österreichische Manager die größten Gehaltssteigerungen ein: 2010 verdienen sie 3,2 Prozent mehr; in der Schweiz werden es voraussichtlich 2,5 Prozent mehr sein. Schlusslicht im Dreiländervergleich ist das Topmanagement in Deutschland: Dort steigt die Vergütung lediglich um 2,2 Prozent.

Gehälter in Russland steigen am stärksten

Für Osteuropa prognostiziert Kienbaum wesentlich höhere Steigerungsraten bei der Vergütung als in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Spitzenreiter ist Russland: Dort werden die Gehälter durchschnittlich um 9,5 Prozent steigen. Allerdings beträgt die Inflationsrate im kommenden Jahr rund zehn Prozent. Deshalb haben die Menschen in Russland unter dem Strich sogar weniger Kaufkraft zur Verfügung als im Vorjahr.

Auf Platz zwei im Ranking der Gehaltssteigerungen in Europa liegt mit 6,7 Prozent Rumänien. Die Steigerungsrate der Vergütung ist hier stark rückläufig: Von 2007 auf 2008 stiegen die Gehälter in Rumänien noch um mehr als 13 Prozent. Ursächlich für diesen Trend sind rückläufige Investitionen westlicher Unternehmen, die wiederum eine gesunkene Nachfrage nach Arbeitern und damit ein Ansteigen der Arbeitslosenquote zur Folge haben. Das wirkt sich negativ auf die Entwicklung der Gehälter aus.

Nach Bulgarien, wo mit 4,5 Prozent die Gehälter am drittstärksten in Europa steigen, liegen gleichauf Polen und Tschechien mit 3,9 Prozent. Zwar ist Polen das Land mit dem stärksten Wirtschaftswachstum im osteuropäischen Raum und wirtschaftlich unabhängiger, weil es im Vergleich zu anderen osteuropäischen Ländern nicht so stark vom Export abhängig ist, trotzdem hat sich die Steigerungsrate mehr als halbiert: Im Vorjahr betrug sie noch knapp zehn Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Tschechien, wo die Gehälter von 2007 auf 2008 noch um durchschnittlich 8,2 Prozent stiegen.

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