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Vergütung Kaum Gehaltssteigerungen, mehr Entlassungen

27.02.2010 ·  Trotz des einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwungs zeigen sich neuen Studien zufolge in Europa die Nachwehen der Krise deutlich: Die Gehälter werden nur moderat steigen, am Personal wird gespart, so die Prognose. Selbst die Manager gucken zum Teil in die Röhre.

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Die Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass die Gehälter in Europa nur moderat und geringer als im Vorjahr steigen. Außerdem plant rund ein Drittel der europäischen Unternehmen Entlassungen, allerdings nicht mehr auf breiter Basis, sondern in Form gezielter Personalreduktionen. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Towers Watson, für die im Januar 131 Personalleiter aus mittleren und großen Unternehmen in Europa und 459 Personalleiter aus der ganzen Welt befragt wurden.

Trotz des einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwungs zeigen sich der Studie zufolge in Europa die Nachwehen der Krise stärker als in den Vereinigten Staaten. Besonders im Vergleich zum Vorjahr wird die Zurückhaltung deutlich: Lediglich 16 Prozent der europäischen Befragten rechnen mit signifikant mehr Neueinstellungen als noch im Jahr 2009, 45 Prozent gehen sogar von weniger Neueinstellungen aus. Diese Zurückhaltung ist bei den europäischen Unternehmen im Vergleich zum weltweiten Befragungsdurchschnitt besonders stark ausgeprägt. Zudem werden die geplanten Neueinstellungen von Entlassungen begleitet. Fast die Hälfte der europäischen Unternehmen kalkulieren mit einer Reduzierung der Belegschaft. 5 Prozent der Befragten gehen von großflächigen Entlassungswellen aus, während 44 Prozent selektive Kündigungen für wahrscheinlicher erachten.

Personalkosten steigen oder bleiben gleich

Die Studienteilnehmer rechnen mehrheitlich damit, dass die Personalkosten im kommenden Jahr steigen oder zumindest gleich bleiben. Lediglich 18 Prozent aller Unternehmen wollen oder müssen ihre Personalkosten weiter senken. Die mit deutlichem Abstand stärksten Personalkostenerhöhungen erwarten Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum. Hier gehen fast 70 Prozent der Studienteilnehmer von höheren Aufwendungen aus.

Für das laufende Jahr kalkulieren die meisten Unternehmen mit Gehaltszuwächsen leicht über Vorjahresniveau. Die Anzahl der Unternehmen ohne Lohnerhöhung hat sich deutlich reduziert. Unter Ausschluss der Unternehmen, die 2009 Nullrunden vornehmen mussten, erwarten europäische Firmen Gehaltszuwächse von rund 2 Prozent (Vereinigte Staaten: 2,8 Prozent). Weltweit rechnet der Großteil der Firmen mit geringeren variablen Vergütungen, in den Vereinigten Staaten sind es alle Studienteilnehmer. In europäischen Unternehmen glaubt dagegen nur die Hälfte, dass Boni und Prämien sinken werden.

Nullrunden bei den Managergehältern

Im vergangenen Jahr hatte es zumindest auf der Vorstandsebene von europäischen Unternehmen viele Nullrunden bei den Managergehältern gegeben. Das zeigt eine weitere aktuelle Studie, die aus der Feder der Managementberatung Hewitt stammt. Demnach sind die Gehälter der Top-Manager in Europa 2009 durchschnittlich um 1,3 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu legten die Vorstandsgehälter 2008 im Schnitt noch um 5,5 Prozent zu. Bei einem Drittel der 100 größten europäischen Unternehmen gab es 2009 auf Top-Managementebene sogar eine Nullrunde.

Im Durchschnitt verdiente den Berechnungen zufolge ein Vorstandsvorsitzender in einem der 100 größten europäischen Unternehmen 1,2 Millionen Euro im Jahr. Der Finanzvorstand erhielt durchschnittlich 760.000 Euro, andere Vorstandsmitglieder wurden mit 650.000 Euro entlohnt. Der derzeitige Zielbonus, der Top-Managern in Aussicht gestellt wird, liegt ungefähr bei 100 Prozent des Fixgehalts. Der maximal zu erreichende Bonus lag bei einem Vorstandsvorsitzenden im Mittel bei 180 Prozent des Gehalts, bei anderen Vorstandsmitgliedern liegt er bei 150 Prozent.

Im Rahmen der Analyse wurden die Jahresberichte (veröffentlicht am 31. Dezember 2009) der 100 größten Unternehmen in Europa ausgewertet. Für Deutschland waren dies: Allianz, BASF, Bayer, BMW Group, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Post, Deutsche Telekom, E.ON, Metro Group, Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft, RWE, SAP, Siemens und Volkswagen.

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