27.09.2006 · Geschäftsführer deutscher Unternehmen verdienen unterschiedlich viel - dafür auf hohem Niveau. Männer sind nach wie vor besser dran als Frauen, große Unternehmen zahlen wesentlich mehr als kleine.
Geschäftsführer deutscher Unternehmen verdienen im Durchschnitt 107.000 Euro im Jahr. Allerdings weisen die Bezüge eine starke Streuung auf: Die Spannbreite reicht von weniger als 30.000 Euro bis über eine halbe Million Euro, hat die Vergütungsstudie „Leitende Angestellte 2006“ der Managementberatung Kienbaum ergeben.
Knapp die Hälfte aller Führungskräfte findet zwischen 50.000 und 100.000 Euro Gehalt auf ihrem Lohnzettel. 37 Prozent verdienen zwischen 100.000 Euro und 150.000 Euro, 12 Prozent werden mit mehr als 150.000 Euro für ihre Arbeit entlohnt.
„Die Führung größerer Unternehmen stellt höhere Anforderungen. Je verschachtelter die Unternehmensstruktur ist, desto komplexer die Aufgabe. Damit steigt die Verantwortung und das Gehalt“, sagt Christian Näser, Projektleiter der Studie.
Die Großen zahlen besser
Wichtigster Bestimmungsgrund für die Höhe der Bezüge ist die Unternehmensgröße. Je größer das Unternehmen – gemessen an Umsatz und Beschäftigtenzahl – desto höher fallen die Bezüge der Führungskräfte aus. Mit durchschnittlichen 171.000 Euro verdient eine Führungskraft auf der ersten Ebene eines großen Unternehmens mit mehr als 5000 Mitarbeitern fast das Doppelte seiner Kollegen in kleinen Gesellschaften mit bis zu 50 Beschäftigten.
Ebenso wichtig ist die Ertragslage der Unternehmen: Ertragsstarke Unternehmen bezahlen ihre Führungskräfte besser als ertragsschwache. Die jeweiligen Differenzen hängen wiederum stark von der Unternehmensgröße ab. In einem kleinen Unternehmen mit bis 20 Millionen Euro Umsatz erhält ein leitender Angestellter auf der ersten Ebene bei unterdurchschnittlicher Ertragslage 92.000 Euro, bei überdurchschnittlicher Ertraglage kann er sein Gehalt auf bis zu 98.000 Euro steigern.
Der Kollege in vergleichbarer Position, jedoch in einem Großunternehmen mit rund einer Milliarden Euro Umsatz, kommt in guten Zeiten auf 163.000 Euro in schlechten nur auf 138.000 Euro.
Männer haben die Nase vorn
Der Prozentsatz weiblicher Führungskräfte hat sich in den vergangenen Jahren wenig verändert und liegt aktuell bei 9 Prozent. Vor zehn Jahren waren es 5 Prozent. Bei einem Anteil an allen Erwerbstätigen von ungefähr 50 Prozent sind Frauen damit im Management stark unterrepräsentiert.
Vergütung hat verschiedene Interessen
Unternehmen verfolgen bei der Festlegung der Vergütung meist ein ganzes Bündel an Zielen. 86 Prozent der Befragten wollten durch die Vergütung die Leistungs- und Erfolgsorientierung verstärken, für 60 Prozent dient sie als Motivationsinstrument.
66 Prozent der Unternehmen versuchen, über die Vergütung so genanntes Schlüsselpersonal langfristig an das Unternehmen zu binden, während lediglich 16 Prozent das Ziel verfolgen, mittels Vergütung die „Kosteneffizienz“ des Unternehmens zu erhöhen.
Gute Bildung – gute Gehaltschancen
Führungskräfte zählen mit zu den am besten ausgebildeten Berufsgruppen unserer Gesellschaft. 72 Prozent der ersten Ebene und 55 Prozent der zweiten Ebene sind Absolventen von Hoch- oder Fachhochschulen. Das Qualifikationsniveau steigt in der Regel mit der Stellung der Führungskräfte in der Unternehmenshierarchie.
Dabei stehen die Unternehmensgröße und Ausbildungsqualifikation in einem deutlichen Zusammenhang: Mit steigender Unternehmensgröße nimmt die Verbreitung von Universitätsabsolventen deutlich zu. Darunter bilden Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler mit 36 Prozent sowie Ingenieure mit 29 Prozent seit Jahren die stärksten Gruppen.