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Vergütung aktuell Eine gute Sekretärin ist Gold wert

05.03.2006 ·  Sekretariate sind eine Frauendomäne, der weibliche Anteil liegt bei 98 Prozent. Zwar verdienen Sachbearbeiter anfangs mehr als Sekretärinnen, doch mit wachsender Erfahrung steigt auch deren Gehalt spürbar an.

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Für Sekretäre und Sekretärinnen in deutschen Unternehmen machen sich vor allem individuelle Leistung und Erfahrung bezahlt. Zwar müssen sie sich mit einem geringeren Einstiegsgehalt als etwa Rezeptionisten oder Sachbearbeiter begnügen, können dies aber im Laufe der Karriere stärker steigern. Dies sind Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung Towers Perrin, die die Vergütung in deutschen Vorzimmern untersucht. In diesen sitzen weiterhin vorwiegend Frauen: Der weibliche Anteil im Sekretariat liegt immer noch bei 98 Prozent. Als Rezeptionisten arbeiten zu 90 Prozent Frauen, in der Sachbearbeitung sind es 80 Prozent.

Am Beginn ihrer Karriere verdienen Sekretärinnen durchschnittlich 34.000 Euro im Jahr, in Banken sind es im Schnitt 35.000 Euro (siehe Grafik). Ihre Aufgaben bestehen darin, Anrufe entgegenzunehmen, Terminkalender zu führen, Geschäftsreisen zu planen. Im Unterschied dazu sind Sachbearbeiter unabhängiger und stärker mit verwaltenden Tätigkeiten in einem bestimmten Gebiet beschäftigt. Sie können am Anfang ihres Berufslebens häufig besser verdienen als Sekretärinnen. „Sachbearbeiter durchlaufen eine umfassendere, intensivere Ausbildung, die einen besser vergüteten Einstieg rechtfertigt“, sagt Jutta Kömm, Beraterin bei Towers Perrin.

„Vergütung richtet sich oft nach der Person“

Ebenfalls in die Untersuchung einbezogen wurden Rezeptionisten. Ihre Arbeit scheint zunächst der von Sekretärinnen vergleichbar. Sie beantworten zentral auflaufende Telefonate und begrüßen Gäste. Darüber hinaus buchen sie Besprechungsräume, Taxis und ähnliches. In Banken liegt ihr Einstiegsgehalt mit 36.000 Euro sogar über dem von Sekretärinnen. Allerdings verändert sich ihre Tätigkeit im Laufe des Berufslebens kaum: Eine Karriere an der Rezeption gibt es nicht. Wenn die Rezeptionisten nicht den Beruf wechseln, nimmt lediglich ihre Berufserfahrung zu.

Anders sieht dies bei den Sekretärinnen aus: Sie übernehmen mit wachsender Erfahrung auch mehr Verantwortung und qualifizieren sich weiter. Als Organisationstalent sind sie für ihren Chef buchstäblich Gold wert: „Bei Sekretärinnen auf hohem Niveau, zum Beispiel in der Geschäftsleitung, richtet sich die Vergütung oft nach der Person. Deswegen verdienen sie dann mehr als vergleichbare Sachbearbeiter“, sagt Jutta Kömm. Sekretärinnen mit mehr als acht Jahren Berufserfahrung und in den Führungsetagen („Management-Sekretärin“) bringen es im Gesamtdurchschnitt auf 53.000 Euro im Jahr. In Banken sind es sogar 59.000 Euro.

Im Branchenvergleich zahlen die Banken auf jeder Karrierestufe am besten. Gute Entwicklungsmöglichkeiten gibt es auch in Chemie- und Pharma-Unternehmen. Eher geringe Sekretärinnengehälter zahlen Automobilzulieferer und Unternehmen der Informations- und Telekommunikationsbranche. Für Sachbearbeiter gilt in den einzelnen Branchen ähnliches. Allerdings müssen sie sich damit zufriedengeben, daß ihre Gehälter auf den höheren Karrierestufen weniger stark steigen als bei den Sekretärinnen.

Quelle: niba., F.A.Z., 04.03.2006, Nr. 54 / Seite 57
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