14.06.2007 · Rechtzeitig vor den Sommerferien erhalten viele Arbeitnehmer im Juni Urlaubsgeld. Dieses Jahr herrscht Grund zur Freude: In jeder zweiten Branche liegen die Sonderzahlungen über denen des Vorjahrs.
Die deutschen Arbeitnehmer können sich freuen. Wie eine Untersuchung von 22 Branchen ergab, ist das tarifliche Urlaubsgeld im Jahr 2006 in rund der Hälfte der untersuchten Wirtschaftszweige leicht angestiegen, in den übrigen blieb es weitgehend stabil. Die Spanne ist jedoch groß: Sie reicht von 155 bis fast 1900 Euro, wie ein Überblick des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Die höchsten Zahlungen bekommen demnach Beschäftigte in der Holz- und Kunststoffindustrie, in der Druck- und in der Metallindustrie. Mit rund 150 Euro Sonderleistung dagegen müssen sich Arbeiter in der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern und Steinkohlekumpel in Nordrhein-Westfalen begnügen. Einen Rechtsanspruch auf Urlaubsgeld gibt es nur, wenn der Tarifvertrag eine entsprechende Regelung vorsieht, stellt das WSI klar. Die Höhe richtet sich in manchen Branchen nach dem Monatsgehalt, in anderen sind das Urlaubsentgelt oder eine Summe pro Urlaubstag festgelegt.
Ausgeglichener ist die Verteilung der Urlaubstage. In den meisten Branchen haben die Beschäftigten Anspruch auf 30 Tage Ferien, wie die WSI-Auswertung zeigt. Ausreißer nach unten sind die Landwirtschaft, wo Arbeiter und Angestellte oft nur bis 25 Urlaubstage haben, das Hotel- und Gaststättengewerbe mit 23 oder 24 Urlaubstagen, der Einzelhandel mit zum Teil 25 Urlaubstagen sowie Bund und Gemeinden, die ihren Beamten und Angestellten oft nur 26 Urlaubstage gewähren.