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Umfrage Personalmanager lehnen Zuschussrente ab

 ·  Mit ihrer Zuschussrente gewinnt Arbeitsministerin von der Leyen bei den Personalmanagern keinen Blumentopf. Aber eine Folge hat die Debatte: Die Gehaltsforderungen dürften steigen.

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Viele Personalmanager gehen davon aus, dass die aktuelle Diskussion über eine möglicherweise drohende Altersarmut die Nachfrage nach betrieblicher  Altersvorsorge steigern und auch die Gehaltsforderungen der Beschäftigten in die Höhe treiben wird. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) unter rund 100 Mitgliedern. Demnach gehen rund Dreiviertel der Befragten davon aus, dass im Zuge der Rentendiskussion das Interesse an betrieblicher Altersvorsorge sicher oder ziemlich wahrscheinlich steigen wird. Rund 61 Prozent der befragten Personalmanager rechnen damit, dass die Mitarbeiter künftig höhere Anforderungen an eine betriebliche Altersvorsorge stellen werden. Jeder Dritte denkt zudem, dass die Beschäftigten künftig höhere Vergütungen verlangen werden, um die Vorsorge auch finanzieren zu können. Weniger als 30 Prozent gehen davon aus, dass die politische Debatte keine konkreten Auswirkungen auf das eigene Unternehmen haben wird.

Für den Vorschlag, dass der Arbeitgeber künftig freiwillige Zusatzbeiträge für seine Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung entrichtet, kann sich die Mehrheit der Personalverantwortlichen (57 Prozent) nicht erwärmen. Rund ein Drittel hält dies allerdings für eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Systems, auch wenn dadurch neue Kosten entstünden. Dass generell etwas getan werden muss bei der privaten Altersvorsorge, sind sich die Befragten weitestgehend einig. Drei von vier finden, dass eine bessere Vergleichbarkeit der Angebote geschaffen werden sollte. Fast jeder Zweite ist dafür, dass die Anrechnung der Auszahlungsbeträge auf die Grundsicherung von Rentnern abgeschafft werden. Die Einführung einer Zuschussrente für Personen, die privat vorgesorgt haben, aber trotzdem nur eine geringe Gesamtrente erhalten, befürworten dagegen nur 25 Prozent. Mit diesem Vorschlag hatte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Debatte um Altersarmut vor wenigen Wochen neu beflügelt. Damit stieß sie jedoch auf breiten Widerstand sowohl bei Verbänden als auch in der Politik - sogar in den eigenen Reihen.

Ein wichtiges Thema aus Sicht der Personalverantwortlichen ist die so genannte Portabilität: Zwei Drittel würden es begrüßen, wenn bereits eingezahlte Beiträge bei einem Arbeitgeberwechsel garantiert mitgenommen werden könnten. Aus Sicht von Fachleuten beteiligen sich viele Arbeitnehmer aus Furcht vor dem Verlust der eingezahlten Beiträge noch nicht an der betrieblichen Altersvorsorge.

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14.10.2012, 03:00 Uhr

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