http://www.faz.net/-gyl-73te6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 23.10.2012, 14:46 Uhr

Studie Tausche Traumjob gegen hohes Gehalt

Manager würden auf 30 Prozent ihres Gehalts verzichten, wenn man ihnen im Gegenzug optimale Arbeitsbedingungen anböte. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Beratungsgesellschaft PwC und der London School of Economics.

© dpa Lieber ein bisschen weniger Geld, dafür bessere Arbeitsbedingungen - so denken offenbar viele Führungskräfte.

Führungskräfte würden für einen Traumjob mit optimalen Arbeitsbedingungen 30 Prozent ihres Gehalts aufgeben. Das besagt eine neue Vergütungsstudie, die die Beratungsgesellschaft PwC zusammen mit der  London School of Economics veröffentlicht hat. Für die Untersuchung befragten sie mehr als 1100 Manager auf der ganzen Welt. Ein weiteres Ergebnis: Viele Führungskräfte würden eine niedrigere, dafür aber weniger komplexe und entsprechend besser kalkulierbare Vergütung bevorzugen. Insbesondere rückwirkend ausgezahlte Boni sind wenig attraktiv: Die Mehrheit bewertet einen Bonus mit einem Abschlag von bis zu 50 Prozent, wenn dieser später ausbezahlt wird.

Bislang ging die gängige Schule davon aus, dass hohe erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten und damit dem Wohle der Aktionäre dienen. Diese Annahme wird allerdings durch die Studienergebnisse in Zweifel gezogen: „Manager agieren nicht notwendigerweise wie Unternehmer“, sagt Konrad Deiters, Leiter des Bereichs Human Resources bei PwC. Viele Führungskräfte seien hinsichtlich des eigenen Gehalts eher risikoscheu und sünden sowohl langfristig angelegten Prämiensystemen und aufgeschobenen Boni skeptisch gegenüber. 

Risikoscheue Manager

Zwei Drittel der Befragten favorisieren ein Vergütungssystem, das auf beeinflussbaren internen Unternehmenszielen beruht. Insgesamt bevorzugt die Hälfte der Manager eine niedrigere, dafür aber sichere Vergütung gegenüber höheren Einkommenschancen mit größerem Risiko.

Von großer Bedeutung für die individuelle Zufriedenheit mit der Vergütung ist zudem die Stellung innerhalb der Vergütungspyramide: Jedem zweiten befragten Manager ist es wichtig, mehr als seine Kollegen in vergleichbaren Funktionen zu verdienen. Die absolute Höhe der Vergütung ist demgegenüber nur für 35 Prozent der Führungskräfte entscheidend. Diese Aussage gilt der Studie zufolge vor allem für Befragte aus Europa. Manager aus den ‚Emerging Economies’ legen demnach weitaus weniger Wert darauf, dass sie mehr verdienen als andere.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.net

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Exzellenzinitiative Studenten, geht an deutsche Unis!

Cambridge, Harvard, Yale? Für eine exzellente akademische Ausbildung muss keiner ins Ausland. Die deutschen Universitäten haben längst aufgeholt. Mehr Von Inge Kloepfer

20.04.2016, 08:58 Uhr | Wirtschaft
Potsdam Lohnplus von fast fünf Prozent im öffentlichen Dienst

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich auf ein deutliches Lohnplus für Beschäftigte im öffentlichen Dienst verständigt. In diesem Jahr erhalten die 2,1 Millionen Beschäftigten rückwirkend zum 1. März 2,4 Prozent mehr Geld und zum 1. Februar 2017 noch mal 2,35 Prozent. Mehr

01.05.2016, 18:48 Uhr | Wirtschaft
Gehalt der Aufsichtsräte Und ewig lockt das Festgehalt

Die Bezüge der Aufsichtsratsvorsitzenden sind zuletzt zwar kaum noch gestiegen. Doch Deutschlands Chefkontrolleure profitieren auf eine andere Weise. Mehr Von Julia Löhr

21.04.2016, 14:12 Uhr | Wirtschaft
Video Gesetzentwurf: Mit Models gegen Magersucht

In den letzten Jahren haben große Modelagenturen vermehrt extrem dünne Mädchen unter Vertrag genommen. Magersucht und Essstörung sind oft die Folge. Ein Gesetzentwurf in Kalifornien soll nun die Arbeitsbedingungen von Models verbessern. Viele ehemalige Models haben sich für ein solches Gesetz starkgemacht. Mehr

07.04.2016, 18:31 Uhr | Stil
Bürgermeisterwahl London zerstört dich

Das viele Geld, das aus aller Welt nach London geflossen ist, hat die Stadt internationalisiert, aber auch steril gemacht. An diesem Donnerstag können die Bewohner zwischen einem Milliardenerben und dem Sohn eines pakistanischen Einwanderers wählen. Mehr Von Jochen Buchsteiner, London

04.05.2016, 11:30 Uhr | Politik