26.11.2007 · Private Geschäftsbanken zahlen auf der ersten Führungsebene unter dem Vorstand am besten. Am unteren Ende der Gehaltsskala finden sich Genossenschaftsbanken. Das geht aus einem Vergleich von 114 Kreditinstituten hervor.
Die Gehälter von leitenden Bankangestellten sind in diesem Jahr um 2,9 Prozent gestiegen. Zu diesem Schluss kommt eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie der Managementberatung Kienbaum. Dabei stiegen die Grundgehälter in privaten Geschäftsbanken mit 3,8 Prozent stärker als in öffentlich-rechtlichen Banken, wo der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr lediglich 2,4 Prozent beträgt. "Für 2008 rechnen wir mit 3 bis 4 Prozent Gehaltssteigerung", sagt Christian Näser, Vergütungsexperte von Kienbaum. Für die Studie untersuchte die Beratungsgesellschaft die Entwicklung der Gehälter von mehr als 2000 Positionen in 114 Kreditinstituten.
Im Durchschnitt kommt eine Führungskraft auf der ersten Ebene unterhalb des Vorstands aktuell auf eine jährliche Gesamtvergütung von 124.000 Euro, eine Hierarchiestufe darunter sind es durchschnittlich 91.000 Euro im Jahr. Wie viel ein leitender Bankangestellter verdient, hängt dabei maßgeblich vom Typ des Kreditinstituts ab. Private Geschäftsbanken zahlen mit 183.000 Euro auf der ersten Führungsebene unter dem Vorstand am besten. Am unteren Ende der Gehaltsskala finden sich die Banken aus dem Genossenschaftswesen, in denen sich die Führungskräfte mit rund 86 000 Euro begnügen müssen.
Hoher variabler Anteil
Variable Vergütungsanteile sind laut der Studie in den Geschäftsbanken am verbreitetsten und fallen dort auch am höchsten aus. Fast alle Führungskräfte in diesen Kreditinstituten erhalten eine Erfolgsbeteiligung. Auf der ersten Führungsebene unter dem Vorstand macht sie rund 28 Prozent der Gesamtbezüge aus, auf der zweiten 24 Prozent. Ganz anders dagegen sieht die Lage bei den Genossenschaftsbanken aus: Dort erhalten lediglich 75 Prozent der Führungskräfte der ersten Ebene variable Vergütungsanteile, und diese machen im Durchschnitt lediglich 12 Prozent der Gesamtvergütung aus. "Das Gewicht der Boni wird weiter zunehmen", erwartet Näser allerdings mit Blick auf das kommende Jahr.
Die Studie zeigt, dass die Spannbreite der Jahresgesamtbezüge groß ausfällt. Sie reicht von weniger als 40.000 Euro bis zu mehr als 200.000 Euro. Je größer die Bank, gemessen an Mitarbeiterzahl und Bilanzsumme, ist, desto höher fallen auch die Bezüge der leitenden Angestellten aus. Zum Vergleich: In einer kleineren Bank mit einer Bilanzsumme von weniger als 250 Millionen Euro erhält ein Angestellter der ersten Ebene unterhalb des Top-Managements im Durchschnitt 99.000 Euro. In einer großen Bank mit mehr als 5 Milliarden Euro Bilanzsumme kommt er dagegen auf 161.000 Euro.
Wenig Freude für Frauen
Über die höchsten Zuwächse konnten sich in diesem Jahr junge Führungskräfte freuen. Bei Bankmanagern unter 30 Jahren stiegen die Grundgehälter im Durchschnitt um 4,8 Prozent. Die 50- bis 55-Jährigen schnitten dagegen mit einer Steigerung in Höhe von 2,3 Prozent unterdurchschnittlich ab. Wenig Grund zur Freude haben laut der Erhebung Frauen - nicht nur, weil gerade einmal 11 Prozent der Führungspositionen der ersten Ebene unterhalb des Vorstands in weiblicher Hand sind. Auch die Vergütung ist unterdurchschnittlich. So verdienen diese laut Kienbaum im Mittel 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.