Home
http://www.faz.net/-gyo-758iy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Statistisches Bundesamt Geringfügig Beschäftigte bekommen nur geringfügige Lohnerhöhungen

Während selbst ungelernte Arbeiter zwischen 2007 und 2011 die Inflation durch Lohnerhöhungen ausgleichen konnten, gelang das geringfügig Beschäftigten nicht. Das besagen neue Daten des Statistischen Bundesamts.

© dpa Vergrößern Je kleiner der Job, desto kleiner das Gehaltsplus.

Geringfügig Beschäftigte haben in Deutschland auch die geringsten Aussichten auf Gehaltssteigerungen. Das geht aus einem am Freitag vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten
Langzeitvergleich der Entgelte verschiedener Berufsgruppen hervor.

Als einziger Gruppe ist es den geringfügig Beschäftigten von 2007 bis 2011 nicht gelungen, die Teuerung von 6,6 Prozent durch höhere Löhne komplett auszugleichen. Sie hatten laut Statistik nur 6,0 mehr Geld in der Tasche, verloren also real Kaufkraft.

Selbst ungelernte Kräfte konnten Inflation ausgleichen

Ganz anders sieht das bei den Voll- und Teilzeitbeschäftigten aus, die nominal Steigerungen um 9,2 beziehungsweise 10,3 Prozent und damit Zuwächse bei den Reallöhnen erreichten. Im Schnitt stiegen die Arbeitsentgelte um 9,4 Prozent. Weit darüber lagen die Steigerungen für leitende Arbeitnehmer (+12,4 Prozent) und herausgehobene Fachkräfte (+9,8 Prozent). Selbst angelernte und ungelernte Arbeiter konnten die Inflation noch ausgleichen, sofern sie nicht geringfügig beschäftigt waren.

Alle profitierten von der seit Jahresbeginn 2010 stetig steigenden Lohnentwicklung. Die Reallöhne sind im Jahresvergleich seit elf Quartalen nicht mehr gesunken, teilten die Statistiker mit. Die
nominalen Löhne stiegen im Osten (+ 10,7 Prozent) etwas mehr als im Westen (+9,2). Die im Schnitt schlechter bezahlten Frauen holten mit 9,6 Prozent gegenüber den Männern leicht auf, die auf ein Plus von 9,3 Prozent kamen.

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente den Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge im dritten Quartal im Durchschnitt 3404 Euro brutto im Monat - ohne Berücksichtigung von Sonderzahlungen. Die beste Bezahlung erhielten demnach die Beschäftigte von Banken und Versicherungen mit im Durchschnitt 4495 Euro, in der Energieversorgung mit 4494 Euro und im
Bereich Information und Kommunikation (4395 Euro). Am wenigsten verdienten Beschäftigte im Gastgewerbe mit einem durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst von 1987 Euro.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA/AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Gehaltsunterschied Warum Frauen weniger verdienen als Männer

Die Entgeltlücke ist ein plakativer und viel zitierter Begriff in der Diskussion um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern bei der Höhe des Gehalts. Doch diese Kennzahl vernachlässigt zu viele relevante Faktoren. Mehr Von Sven Astheimer

24.11.2014, 06:00 Uhr | Beruf-Chance
Sozialverband Die Renten-Strategie hat versagt

Der Paritätische Gesamtverband sieht eine Lawine der Altersarmut auf die deutsche Gesellschaft zurollen - und fordert höhere Renten. Wichtig sei nicht, den Beitragssatz stabil zu halten, sondern den Lebensstandard der Älteren abzusichern. Mehr

11.11.2014, 07:29 Uhr | Wirtschaft
Misere in Italien Wenn der Edelstahl zu teuer ist

Die mittelitalienische Industriestadt Terni ist in der Krise – und legt eine Autobahn lahm. Damit hat sie das Interesse des ganzen Landes geweckt. Mehr Von Jörg Bremer, Terni

15.11.2014, 21:27 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.12.2012, 07:00 Uhr