Was einen Mitarbeiter zu Höchstleistungen motiviert, hängt in einem hohen Maß davon ab, in welchem Land er arbeitet. Zu diesem Ergebnis kommen Studien der Managementberatung Mercer, die die Gründe für das Mitarbeiterengagement in 22 Ländern untersucht haben. Demnach sind den Arbeitnehmern in Deutschland nette Kollegen am wichtigsten, es folgen ein respektvoller Umgang miteinander und die Art der Arbeit. Schlusslicht auf der Motivationsliste der Deutschen sind variable Gehaltsbestandteile wie Boni. Auch die langfristigen Karriereperspektiven und die Möglichkeiten zur Weiterbildung spielen eine untergeordnete Rolle.
In anderen Ländern sieht das Bild anders aus. Für die Chinesen haben zum Beispiel betriebliche Zusatzleistungen eine große Bedeutung, die Art der Arbeit ist ihnen dagegen nicht so wichtig. Anders als die Chinesen fühlen sich japanische Arbeitnehmer durch betriebliche Zusatzleistungen überhaupt nicht motiviert, wohl aber durch ein hohes Grundgehalt. In Amerika steht der respektvolle Umgang miteinander an oberster Stelle, der variablen Vergütung kommt dagegen wie in Deutschland die geringste Bedeutung zu. In Frankreich steht die Work-Life-Balance hoch im Kurs, ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Privatleben. Den Indern ist dieses dagegen nicht so wichtig. Solche Erkenntnisse sind vor allem für die Personalverantwortlichen international agierender Unternehmen interessant.
Boni nur für Führungskräfte
"Motivationsaspekte wie ein gutes Betriebsklima gewinnen für viele Mitarbeiter immer mehr an Bedeutung", sagte Dagmar Wilbs, Leiterin des Bereichs Human Capital von Mercer Deutschland. "Dies heißt im Umkehrschluss jedoch nicht, dass der Faktor Vergütung eine untergeordnete Rolle spielt." Vielmehr setzten die Arbeitnehmer eine leistungsgerechte Vergütung voraus. Dass Boni für die Motivation der Mitarbeiter eine untergeordnete Rolle spielen, führt sie darauf zurück, dass diese in vielen Unternehmen noch nicht so verbreitet sind und, wenn überhaupt, dann nur einem kleinen Kreis der Angestellten - in der Regel den Führungskräften - zugute kommen.
