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Neuer Gehaltsatlas : Zum Geldverdienen ab nach Hessen!

Mit dem ICE nach Frankfurt pendeln kann sich richtig lohnen. Bild: Lukas Kreibig

Berufspendeln über Bundesländergrenzen – das kann sich richtig lohnen. Eine neue Gehaltsstudie, die FAZ.NET vorliegt, zeigt, wie groß die Lohn-Unterschiede zwischen den Bundesländern sind. Und wo es mehr zu holen gibt als anderswo.

          Ab Mitte Dezember ist es soweit: Köln-Frankfurt-Pendler können sich über zusätzliche ICE-Verbindungen freuen. Unter der Woche sind die schnellen Züge, die morgens aus der Rhein- in die Main-Metropole düsen, nämlich mittlerweile regelmäßig überfüllt. Das liegt auch an den vielen Berufstätigen, die auf der Schnellfahrstrecke entlang der A3 täglich innerhalb einer Stunde zwei Bundesländergrenzen überwinden. Nicht selten, um in Hessen ein deutlich höheres Gehalt einzustreichen, als es in ihrer Heimat möglich wäre.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Kein Wunder: Laut des aktuellen „Gehaltsatlas“ des Vergleichsportals Gehalt.de, der FAZ.NET vorab vorliegt, verdienen Beschäftigte in Hessen richtig gut. Durchschnittlich werden hier die höchsten Gehälter in Deutschland gezahlt: 10,7 Prozent mehr Lohn als anderswo können hessische Beschäftigte demnach im Durchschnitt einstreichen. Aber nicht nur zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen - auch anderswo in Deutschland überwinden Pendler regelmäßig Bundesländergrenzen, um anderswo höhere Gehälter zu realisieren. Mehr als drei Millionen so genannter Einpendler, also Beschäftigter mit einem Wohnort in einem anderen Bundesland gibt es mittlerweile in Deutschland. Wo sich das so richtig lohnt, zeigt die neue Auswertung von Gehalt.de, der 747.490 Vergütungsdaten zugrunde liegen.

          Auf Platz zwei hinter Hessen landet demnach Baden-Württemberg. Die Beschäftigten dort verdienen 9,4 Prozent mehr Geld als der Durchschnittsdeutsche. Die Gehälter für Jobeinsteiger sind in Baden-Württemberg sogar noch besser als in Hessen, das in der Untergruppe der Berufsanfänger nur auf Platz zwei kommt. Auch in Bayern wird insgesamt nicht schlecht gezahlt: 6,1 Prozent mehr Geld als im Bundesdurchschnitt gibt es dort. Das Ost-West-Gefälle bleibt sehr präsent: Alle neuen Bundesländer haben ein unterdurchschnittliches Gehaltsniveau; Thüringen schneidet noch am besten ab, das Schlusslicht bildet Mecklenburg-Vorpommern.

          Bei den Landeshauptstädten hat Stuttgart die Nase vorn

          „Hessen verfügt über wirtschaftlich sehr starke Regionen – insbesondere rund um das Maingebiet mit Frankfurt als Metropole“, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. Die Top-Wirtschaftszweige des Bundeslandes sind der Studie zufolge die IT und die Industrie. Aber auch im Dienstleistungsbereich hat Hessen in der Auswertung stark abgeschnitten.

          Die Gehaltsfachleute haben nicht nur Bundesländer, sondern auch Landeshauptstädte miteinander verglichen. Hier punktet Stuttgart am meisten; die Beschäftigten dort erhalten durchschnittlich 25,2 Prozent mehr Geld als der Bundesdurchschnitt. Aber auch München und Düsseldorf stechen durch überdurchschnittliche Gehälter hervor. Auffällig ist, dass in Hamburg und Berlin Berufseinsteiger vergleichsweise geringere Gehälter erzielen: Das Lohnniveau liegt dort bei 96,5 bzw. 88,1 Prozent. „Städte wie Hamburg oder Berlin profitieren stark von ihrer Attraktivität für junge Leute. Ansässige Unternehmen müssen deswegen nicht ganz so tief in die Tasche greifen, wenn sie ihren Nachwuchs rekrutieren“, sagt Bierbach.

          Quelle: FAZ.NET

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