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Lohnlücke : Powerpoint und Excel für mehr Gehalt

Wer an Verhandlungen teilnimmt, erhöht seine Sichtbarkeit bei den Vorgesetzten. Bild: Getty

Ein Teil des Gehaltsunterschieds zwischen Männern und Frauen ist Ökonomen immer noch ein Rätsel. Eine Forscherin will jetzt eine Erklärung gefunden haben, die man so zuvor noch nicht gehört hat.

          Dass Frauen in Deutschland immer noch weniger Gehalt bekommen als ihre männlichen Kollegen, könnte daran liegen, dass sie seltener Power-Point-Präsentationen benutzen. Das lässt sich aus einer neuen Studie ableiten, die die britische Ökonomen-Vereinigung Royal Economic Society auf ihrer Jahrestagung vorgestellt hat. Aspasia Bizopoulou untersucht in dem Papier, welche Aufgaben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit der gleichen Stelle übernehmen. Und sie hat große Unterschiede gefunden.

          Hanna Decker

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Männer halten öfter Präsentationen als Frauen, führen mehr Verhandlungen und arbeiten eher mit Tabellenkalkulationen. Das scheint bei ihren Vorgesetzten besser anzukommen: Für diese Aufgaben gibt es einen Gehaltszuschlag. Tätigkeiten wie Sachen abtippen, E-Mails schreiben oder Verkaufen scheinen weniger angesehen und werden von beiden Geschlechtern erledigt.

          Frauen in Vollzeitjobs erhalten in Deutschland immer noch 21 Prozent weniger Gehalt als Männer. Arbeitnehmerinnen verdienten im vergangenen Jahr durchschnittlich 16,26 Euro pro Stunde, Arbeitnehmer kamen nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf einen Bruttoverdienst von 20,71 Euro pro Stunde. Diese „Lohnlücke“ lässt sich zum Beispiel dadurch erklären, dass Frauen öfter in schlecht bezahlten Branchen beschäftigt sind und seltener Führungspositionen innehaben. Wenn man diese Faktoren ausblendet und sich die Gehälter von Männern und Frauen auf gleicher Hierarchieebene und in gleicher Funktion anschaut, bleibt laut Zahlen aus dem Jahr 2014 aber immer noch ein Unterschied von 6 Prozent übrig.

          Verhalten von 21.000 Personen ausgewertet

          Die Autorin der Studie geht davon aus, dass die Aufgabenverteilung die Hälfte dieser „bereinigten Lohnlücke“ erklärt. Das bedeutet übersetzt: Wenn Frauen öfter mal zu Excel und Powerpoint greifen, könnte mehr Geld auf ihr Konto fließen. Bei einem Bruttoverdienst einer Arbeitnehmerin von 3000 Euro bedeuten 3 Prozent mehr Gehalt immerhin 90 Euro mehr im Monat. Interessant ist, dass ihre Ergebnisse sowohl für einfache Tätigkeiten als auch für jene Stellen gelten, für die man hoch qualifiziert sein muss.

          Für ihre Studie hat Bizopoulou, die an der Universität Edinburgh forscht, Daten der Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2011 ausgewertet. 21.000 Vollzeit-Beschäftigte aus neun europäischen Ländern (darunter Frankreich, Italien und Spanien) zwischen 16 und 65 Jahren haben darin angegeben, wie oft sie bestimmte Aufgaben erledigen.

          Unklar bleibt, woran es eigentlich liegt, dass die Unterschiede so groß sind. Picken sich Männer bewusst die als anspruchsvoller geltenden Aufgaben raus? Nach dem Motto: „Hey Chefin, ich übernehme gerne die Präsentation nächste Woche“? Oder werden Männer von ihren Vorgesetzten – bewusst oder unbewusst – mit anderen Aufgaben betraut? Zum Beispiel, weil man ihnen mehr zutraut?

          Quelle: FAZ.NET

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