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Lohnlücke : In einer Branche verdienen Frauen sogar mehr

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Mit der Entgeltgleichheit haben Manuela Schwesig (links) und Martin Schulz (beide SPD) ein gemeinsames Lieblingsthema Bild: AFP

In dieser Woche ist das Gesetz zur Lohntransparenz von Männern und Frauen im Bundestag – mittlerweile ist das Thema auch ein Top-Anliegen von Martin Schulz. Aber wie groß ist die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen wirklich?

          In dieser Woche steht ein vieldiskutiertes Gesetz zur Verabschiedung im Bundestag an: das Gesetz zur Entgeltgleichheit. Es soll mehr Transparanz über die Bezahlung von Männern und Frauen liefern. Seitdem SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz die ungleiche Bezahlung von männlichen und weiblichen Angestellten  am Wochenende als eine „der größten Ungerechtigkeiten“ bezeichnet hatte und mehr Lohngerechtigkeit abermals zu einem seiner Top-Anliegen erklärte, hat das Thema noch mehr Brisanz gewonnen.

          Einen neuen Anhaltspunkt dazu, wie groß die Gehaltslücke zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern überhaupt ist, liefert nun der neue „Entgeltmonitor“ des Beratungsunternehmens „Compensation Partner“, der FAZ.NET vorab vorliegt. Demnach liegt die unbereinigte Differenz zwischen den Gehältern der Geschlechter bei 25,2 Prozent. Dieser Wert vergleicht aber auch Berufstätige miteinander, die auf ganz unterschiedlichen Hierarchieebenen tätig sind. Werden Männer und Frauen miteinander verglichen, die vergleichbare Tätigkeiten auf vergleichbarer Hierarchieebene ausüben, so schrumpft die Lücke auf 5,2 Prozent.

          Für dieses Ergebnis haben die Berater insgesamt 241.987 Vergütungsdaten in Deutschland untersucht. Für die Bereinigung der Daten wurden nur Berufe aus zwei Gehaltsklassen definiert, in denen jeweils ausreichend Männer- und Frauengehälter vorlagen und die sich in Bezug auf Angebot und Nachfrage ähnlich verhalten. Es wurden ausschließlich Beschäftigte ohne Personalverantwortung betrachtet.

          In der Touristikbranche haben die Frauen die Nase vorn

          Die Berater haben sich zudem angeschaut, wie groß die Entgeltlücke in verschiedenen Branchen ist. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass bei den Fachkräften mit einem eher geringen Einkommen (zwischen 30.000 und 35.000 Euro) die größten Unterschiede in der Metallbranche herrschen: Die Gehälter von Männern und Frauen unterscheiden sich dort um 9,7 Prozent. Auch in der Medizintechnik und im Maschinenbau ist die Lücke mit jeweils 6,4 Prozent ziemlich groß. Es gibt allerdings mittlerweile auch schon Branchen, in denen Frauen in diesem Einkommensbereich mehr verdienen als Männer. Allen voran die Touristikbranche: 6,2 Prozent mehr Geld gibt's dort im Schnitt für die Frauen als für die Männer. Besser als ihre männlichen Kollegen verdienen Frauen aber zum Beispiel auch in Ingenieurbüros oder in der Chemiebranche.

          Bei den Besserverdienern (55.000 bis 66.000 Euro brutto im Jahr) herrscht die größte Entgeltlücke im Bereich Werbung und PR (12,9 Prozent). Aber auch im Gesundheitswesen und in der Branche Logistik, Transport und Verkehr sind die Unterschiede ziemlich groß. Auch auf diesem Gehaltsniveau werden der Untersuchung zufolge Frauen in der Touristikbranche besser bezahlt als Männer. Aber auch nur dort. Für die anderen Branchen gilt: Mit der Höhe des Gehalts steigen auch die Unterschiede in der Bezahlung; die Männer bekommen abgesehen von der Touristik-Ausnahme überall mehr Geld als die Frauen.

          Außerdem steigt die Entgeltlücke mit zunehmendem Alter. Verdienen junge Menschen noch recht ähnlich, sind die Unterschiede zwischen älteren Männern und älteren Frauen recht eklatant. Bereinigt beträgt die Lücke in der Altersgruppe über 60 Jahre satte 9,3 Prozent.

          Quelle: nab.

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