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Gerichtsverhandlung : Streit ums Kopftuch am Arbeitsplatz geht weiter

  • Aktualisiert am

Keine Lösung beim Gerichtstermin in Heidelberg. Bild: dpa

Eine Drogeriemarkt-Mitarbeiterin erscheint nach ihrer Elternzeit wieder am Arbeitsplatz – und trägt auf einmal ein Kopftuch. Ihrem Arbeitgeber gefällt das nicht. Und was sagt das Gericht dazu?

          Im Streit zwischen der Drogeriemarktkette Müller und einer Mitarbeiterin, die ihr islamisches Kopftuch („Hijab“) am Arbeitsplatz tragen wollte, hat es am Mittwoch kein Urteil vor dem Arbeitsgericht Heidelberg gegeben. Im Mai treffen sich die Parteien in einem nichtöffentlichen Verfahren vor einem Schlichter wieder. Eine Möglichkeit wäre die Auflösung des Arbeitsverhältnisses.

          Die Klägerin arbeitete von 2001 bis 2013 für Müller, ohne ein Kopftuch zu tragen. Nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit trug die Kundenberaterin einen Hijab, der Haare, Ohren, Hals und Ausschnitt bedeckte. Das verärgerte den Arbeitgeber, der argumentierte, dass Kopfbedeckungen im Kundenkontakt nach einer Betriebsordnung verboten seien.

          Mitte März hatte der Europäische Gerichtshof bestätigt, dass Unternehmen religiöse Symbole am Arbeitsplatz verbieten können. Anordnungen müssen aber diskriminierungsfrei sein, sie müssen unterschiedslos für jede weltanschauliche oder religiöse Bekundung gelten. Ob dies auf Müller zutrifft, ist nicht bekannt. Dazu wollte sich das Unternehmen auf Anfrage nicht äußern.

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          Die Klägerin bot am Mittwoch als Kompromiss an, das Tuch den Betriebsfarben anzupassen. Das lehnte der Anwalt des Drogeriemarktes Müller jedoch ab. „Der Arbeitsplatz ist kein Ort, um Glauben zu praktizieren“, sagte er in der Verhandlung.

          Der Anwalt der Verkäuferin konterte, seine Mandantin wolle weder islamisieren, noch den Koran verkaufen, noch fordere sie einen Gebetsraum. Die Frau habe 2015 eine Gesundheitskrise überstanden und trage seitdem aus „Dankbarkeit für ihre Rettung“ das Kopftuch. „Der Anspruch dazu ergibt sich aus der Religions- und Bekenntnisfreiheit im Grundgesetz. Eine pluralistische Gesellschaft muss das ertragen.“

          Die Frau befindet sich derzeit in unbezahltem Urlaub. Erwartet worden war eigentlich, dass der Richter eine Entscheidung in dem Streitfall trifft.

          Quelle: mj./F.A.Z./dpa

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