Home
http://www.faz.net/-gyo-6yv2q
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Gehaltsfrage Neid ist was für alte Leute

 ·  Ältere Arbeitnehmer leiden, wenn der Kollege am Schreibtisch nebenan mehr verdient – für Jüngere ist es hingegen ein Ansporn.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (9)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
alex gremch
alex gremch (agre) - 10.04.2012 00:37 Uhr

Billig!

Das ist mir nun wirklich allzu billig, Kritik an unverdienten Supergehältern als Neidkomplex abzutun.
Das Problem mit den überhöhten Managergehältern ist, dass sie längst nicht mehr Leistungen wiederspiegeln. Die Bankchefs, die das System beinahe, ach was, nicht nur beinahe, gegen die Wand gefahren haben, bedienen sich schon wieder mit Millionen, obwohl die Fortexistenz ihrer Unternehmen nur durch einen ungeheuren Kraftakt der Staaten gesichert werden konnte. Das mit Millionen zu belohnen, ist geradezu pervers und man kann nur inständig hoffen, dass das kein Ansporn für die Jüngeren ist, sonst schwant mir Böses für das ganze System.

Empfehlen
Florian Adler

Eine Frage der sozialen Kompetenz

Man kann andere Menschen auch um etwas beneiden, ohne missgünstig zu sein. Man beneidet andere um deren Geduld, Talent, Disziplin, Humor, Kompetenzen, Aussehen, Stil und/oder auch um deren Besitztümer. Egal, um was es sich handelt, man begehrt das, was andere haben, ohne sich doch zu wünschen, diese hätten es nicht. Möglicherweise würde man es nehmen, aber keineswegs will man es ihnen wegnehmen. Denn wer ehrlich bewundern kann, vermag auch ohne Neid neidlos zu sein. Eine Gesellschaft ohne Neid wird es nicht geben können, und sollte es auch nicht geben. Wer könnte sich ernsthaft eine Gesellschaft ohne Bewunderung (= generöser Neid) wünschen? Unterschiede können erfreuen oder auch schmerzen. Den großzügigen Neid mit dem aggressiv-destruktiven Neid auszubalancieren und zu versöhnen, ist die individuelle Persönlichkeitsbildung. In allen Lebensphasen.

Empfehlen
Dietrich Ostermann
Dietrich Ostermann (didio) - 09.04.2012 18:23 Uhr

Gehaltunterschiede bei großen Gehältern haben nicht immer mit...

Angebot und Nachfrage, Leistung und Anerkennung von Leistung zu tun. Es geht auch um Eitelkeit, Politik und manchmal lässt man sich das Schweigen etwas kosten. Ich kann mich noch erinnern, dass es hieß: "Bezahlen wir unsere Manager nicht gut, dann wandern sie ab, die Leistungsträger, z.B. nach Amerika". Amerikanische Bosse wurden daraufhin gefragt, ob man deutsche Manager benötigte. Die Antwort: Nei, wir haben selber hervorragende Manager. für deutsche Manager gibt es keinen Bedarf. Mittlerweile zieht dieses Argument sowieso nicht mehr. Die Frage, die man stellen darf, vor allen Dingen als Aktionär: Steht die Bezahlung eigendlich im richtigen Verhältnis zur Leistung? Könnete nicht ein günstiger Manager das gleiche leisten? Und leisten nicht Mitarbeiter in den mittleren und unteren Ebenen nicht entscheidend mehr für Ihre Firma, so dass sie besser bezahlt werden müssten? Ich als Aktionär stlle immer wieder diese Fragen, aber wenn man keine Sperrminorität besitzt ....

Empfehlen
Gerhard Rinker
Gerhard Rinker (GerdR) - 09.04.2012 18:20 Uhr

Altersbedingter Neid?

Das wage ich doch sehr zu bezweifeln. Es gibt Menschen, die neigen eben zum Neid, andere dagegen nicht. Es handelt sich hierbei – wie bereits von anderen Kommentatoren festgestellt - um eine Charaktereigenschaft, die zumindest teilweise anerzogen ist.
Ich hatte als junger Vorgesetzter mehrere Mitarbeiter, die älter waren als ich und ein höheres Gehalt bezogen als ich selbst. Ich hatte kein Problem damit. So etwas kann eben passieren, wenn man früh Führungsverantwortung erhält. Im übrigen geht die Gehaltsentwicklung bei den meisten irgendwann (vielleicht abgesehen vom Öffentlichen Dienst) in die Sättigung, d.h. der Zuwachs geht gegen Null. Die Gehaltskurven zeigen dies deutlich. Wer sich rechtzeitig damit vertraut macht, hat damit kein Problem.

Empfehlen
Closed via SSO

Neiddebatte

Es hat wenig mit Neid zu tun, wenn die Abgehängten feststellen müssen, daß alles was oben abgegriffen wurde, unten nicht mehr ankommen kann und bei der Masse der sich selber Begünstigenden zur Verarmung großer Teile der Bevölkerung geführt hat und immer noch führt.
Am Ende wird es kommen, wie immer: Der letzte Kapitalist wird aus Gier noch den Strick für viel Geld liefern, an dem er dann aufgehängt werden wird.

Empfehlen
Andreas Neubert

Der Mensch will für seine Leistung Anerkennung ...

... und das wird für junge Menschen nicht anders sein als für Ältere. Das hat nichts mit Neid zu tun, sondern ist Zeichen eines gesunden Selbstbewußtseins. Leider ist es Mode geworden, alles und jedes reflexhaft als "Neid" zu verunglimpfen. Spätestens wenn der Kollege für gleiche Leistung deutlich mehr Geld bekommt als man selbst, kommen auch die ans Denken, die so gerne anderen Neid unterstellen. Anerkennung für seine Leistung zu bekommen (ja, die zeigt sich auch in der Höhe des Gehalts) hat nichts mit Neid zu tun. Sich das allerdings bieten zu lassen, zeigt entweder eine gewisse Dummheit und/oder eine Störung im persönlichen Selbstwertgefühl. Es gibt sicherlich Arbeitgeber, die Angestellte mit dem Neidargument für dumm verkaufen wollen. Seriöse Arbeitgeber allerdings werden stets versuchen, solche Diskrepanzen unter ihren Angestellten zu verhindern.

Empfehlen
Alex Merck
Alex Merck (AlexM3) - 09.04.2012 14:38 Uhr

Neid bezüglich Einkommen ist hierzulande über Generationen anerzogen ..

und könnte durch vernünftiges verständnis der Bedeutung von Geld sehr zurückgehen. Wer sich darüber klar wird, das verschiedene Dinge und Dienstleistungen je nach Moment und Person unterschiedliche Werte haben, sollte auch verstehen, das vor allem seltene und erwünhscte Leistungen gut bezahlt werden, sofern sich keine dritte Seite (z.B. Staat, Gewerkschaften etc.) in Preisverhandlungen einmischen. Und Geld spiegelt nur Wert - dazu wurde es vor Jahrtausenden erfunden, so das auch Menschen, deren Dienste nur hin- und wieder erbracht oder nachgefragt werden, davon leben können, weil sonst niemand dafür gefunden worden wäre.

Empfehlen
Brigitte Wareham

Neid ist eine Charaktereigenschaft ...

... und hat mit dem Alter nichts zu tun.

Empfehlen
andrea rupp
andrea rupp (nysse) - 08.04.2012 10:06 Uhr

neid hat meines Erachtens weniger mit dem Alter zu tun..

es ist vielmehr eine typisch deutsche Eigenschaft und hat etwas mit der Sozialisierung des Menschen zu tun. Ich gehöre zu den Alten und denke dennoch, dass mich das Einkommen meiner Mitmenschen weder ärmer noch reicher macht.
Allerdings ärgere ich mich über die Einkommen der Politiker, die für ihr Geld nichts, oder nur sehr wenig tun, denn diese Gehälter, Pensionen und Ehrensolde gehen zu Lasten der Bevölkerung.

Empfehlen
Weitersagen

Jahrgang 1981, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

Jüngste Beiträge