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Sonntag, 12. Februar 2012
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Führungspositionen Große Lohnlücke zwischen Frauen und Männern

23.03.2010 ·  Die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern sind in Top-Positionen noch drastischer als in der Gesamtbevölkerung. Das zeigen neue Daten des Sozio-oekonomischen Panels. Doch über die Ursachen herrscht nur wenig Klarheit.

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Frauen sind nicht nur wesentlich seltener in Führungspositionen vertreten, sie verdienen dort auch weniger als ihre männlichen Kollegen. Dies geht aus den jüngsten Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin hervor. 2008 lag der Verdienstunterschied unter den in Vollzeit angestellten Führungskräften demnach bei 28 Prozent. Die in der Privatwirtschaft angestellten weiblichen Führungskräfte verdienen ja Monat durchschnittlich 3410 Euro brutto, die männlichen 4760 Euro. Darüber hinaus erhalten Männer auch höhere jährliche Sondervergütungen wie Gewinnbeteiligungen, Boni und Prämien. Diese liegen im Durchschnitt mit 9870 Euro um 36 Prozent über jenen der Frauen (6360 Euro).

Das Statistische Bundesamt hatte kürzlich bekannt gegeben Männer verdienten in Deutschland im Durchschnitt um 23,2 Prozent mehr als Frauen. Dabei hatten die Statistiker alle Erwerbstätigen betrachtet. Die Daten des DIW suggerieren nun, dass die Lücke im Kreise der Führungskräfte noch größer ausfällt als in der Gesamtbevölkerung.

Unterschiedliche Berufe und Branchen

Ursachen für die Verdienstunterschiede sehen die DIW-Wissenschaftlerinnen Elke Holst und Anne Busch unter anderem darin, dass Frauen und Männer in unterschiedlichen Berufen und Branchen tätig sind. „Generell werden in frauendominierten Branchen schlechtere Verdienste erzielt - das gilt auch für Führungskräfte“, sagt Anne Busch. Je höher eine Position im Unternehmen sei, desto geringer seien Frauen dort vertreten. Bei der formalen Qualifikation schneiden Frauen dagegen nicht schlechter ab als Männer: Die meisten verfügen über einen Hochschulabschluss.

„Ein großer Teil der Verdienstunterschiede ist durch messbare Indikatoren nicht erklärbar“, erläutert Elke Holst. Hier würden gesellschaftliche und kulturelle Rahmenbedingungen eine Rolle spielen, etwa Stereotypen, die häufig zu Nachteilen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt führten. Allerdings seien diese Mechanismen meist nur schwer aufzudecken. „Eine größere Transparenz, etwa durch Offenlegung der Verdienste innerhalb des Unternehmens, könnte daher die Debatte versachlichen“, so Elke Holst.

Deutschlands Top-Managerinnen sprechen sich mittlerweile außerdem mehrheitlich für eine gesetzliche Frauenquote in den Unternehmen aus - wenn auch mit Einschränkungen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Personalberatung Odgers Berndtson unter den 49 Frauen, die in einem der 500 umsatzstärksten Unternehmen Deutschland im Vorstand oder der Geschäftsführung sitzen. Danach befürworten fast die Hälfte dieser Frauen (44 Prozent) die Frauenquote. Die übrigen sagten, eine gesetzliche Regelung wäre zumindest temporär hilfreich, um den Frauenanteil in den Führungsgremien spürbar zu erhöhen.

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