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Frauen und Karriere Selten in der Verantwortung,
schlechter bezahlt

01.11.2006 ·  Der steigenden Erwerbsbeteiligung zum Trotz sind Frauen in den Chefetagen deutscher Unternehmen immer noch deutlich im Hintertreffen.

Von Sven Astheimer
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Der steigenden Erwerbsbeteiligung zum Trotz – Frauen sind in den deutschen Unternehmen immer noch deutlich im Hintertreffen. Zum einen nehmen sie wesentlich seltener Führungspositionen ein als Männer, zum anderen werden sie häufig für die gleiche Arbeit auch noch wesentlich schlechter bezahlt als ihre Kollegen.

„Frau Vorstand“ ist die Ausnahme

Fast die Hälfte (45 Prozent) der Beschäftigten in der deutschen Wirtschaft sind Frauen. In der obersten Führungsebene sind sie daran gemessen aber deutlich unterrepräsentiert: Die Vorstände, Geschäftsführerinnen, Filial- und Betriebsleiterinnen kommen im Durchschnitt nur auf einen Anteil von 24 Prozent, die restlichen gut drei Viertel der Spitzenpositionen besetzen Männer. Etwas anders stellt sich das Bild auf der zweiten Ebene dar: Hier liegt der Anteil der Frauen immerhin schon bei 41 Prozent, wie das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende Forschungsinstitut IAB in einer repräsentativen Umfrage unter 16 000 Personalverantwortlichen herausgefunden hat. Ähnlich sind die Unterschiede im öffentlichen Dienst, wo annähernd zwei von drei Beschäftigten weiblich sind. Auch hier sind Frauen in den Führungspositionen unterrepräsentiert (1. Ebene: 41 Prozent, 2. Ebene: 47 Prozent).

Führende Rolle in sozialen Berufen

Es zeigen sich jedoch zum Teil recht deutliche Unterschiede je nach Branche und Unternehmensgröße: Generell dominieren Männer vor allem im gewerblichen Bereich, während Frauen größeren Einfluß in sozialen oder Dienstleistungsberufen haben. Weibliche Chefs kommen laut Umfrage am häufigsten in kleinen Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten vor (26 Prozent), während in Einheiten mit mindestens 500 Mitarbeitern gerade mal 4 Prozent der Führungskräfte Frauen sind.

Fast ein Viertel weniger Verdienst

Auch beim Verdienst trennen die Geschlechter noch Welten. Das durchschnittliche Monatseinkommen der Frauen liegt 22,5 Prozent unter dem der Männer, wie das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung herausgefunden hat. Auch innerhalb der einzelnen Berufsgruppen sind die Unterschiede groß. Eine Chemikerin verdient im Schnitt 3980 Euro, das sind 850 Euro weniger als ihr männlicher Kollege. Die Mitarbeiterinnen von Callcentern haben demnach im Monat 1853 Euro auf dem Lohnzettel stehen, das entspricht gerade mal 65 Prozent des Salärs ihrer männlichen Kollegen und die Bankkauffrau kommt nur auf drei Viertel des Verdienstes ihres männlichen Kollegen. Die Online-Befragung entspricht zwar nicht den wissenschaftlichen Kriterien einer repräsentativen Umfrage, verzeichnet aber eine sehr hohe Teilnehmerzahl von mehr als 60 000 Personen.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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