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Berufseinstieg : Erstmal befristet

  • Aktualisiert am

Bild: Hans Böckler Stiftung

Rund ein Drittel der Hochschulabsolventen findet zunächst nur eine befristete Stelle. Das besagt eine aktuelle Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung. Das Umfrageergbnis zeigt auch, in welchen Branchen es die besten Chancen auf unbefristete Verträge gibt.

          Für Akademiker ist der erste Job oft ein befristeter. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die Daten von rund 4300 Befragten auswertet. Rund 34 Prozent der Hochschulabsolventen mit bis zu einem Jahr Berufserfahrung haben demnach nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Bei den Akademikern mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung geht der Anteil der befristet Beschäftigten auf rund 18 Prozent zurück. In der Gesamtgruppe der akademisch Ausgebildeten mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung hat jeder vierte einen befristeten Vertrag. 

          Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Branchen und Tätigkeitsfeldern der Absolventen. Schlechte Karten für eine unbefristete Anstellung hat demnach vor allem, wer nach dem Abschluss an der Uni verbleibt: Hochschulen und andere Wissenschaftseinrichtungen haben die höchste Befristungs-Quote: Hier sind 81 Prozent der akademisch ausgebildeten Berufsanfänger mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung nur auf Zeit beschäftigt. Ebenfalls sehr hoch ist der Anteil bei „Sonstiger Erwachsenenbildung und Unterricht“ mit 72 Prozent, in Krankenhäusern mit 60 Prozent und im Bereich öffentliche Verwaltung/Sozialversicherung mit 54 Prozent.

          Weniger befristete Verträge gibt es dagegen im Einzelhandel - dort sind es nur 24 Prozent. Noch größer sind die Chancen auf eine unbefristete Anstellung im Bereich Energieversorgung, dort landen nur 12 Prozent der Absolventen in befristeten Anstellungen. Die wenigsten Befristungen für Hochschulabsolventen gibt es in der chemischen Industrie (11 Prozent) und im Fahrzeugbau (6 Prozent).

          Erst im vergangenen Sommer war das Thema befristete Arbeitsverhältnisse öffentlich hochgekocht, als das Bundesarbeitsgericht ein wichtiges Urteil dazu fällte. Demnach gibt es nun jedenfalls gewisse Schranken für so genannte „Kettenbefristungen“, bei denen ein befristetes Arbeitsverhältnis das nächste ablöst.

          Deutliche Einkommensunterschiede

          Der Umfrage zufolge sind befristet angestellte Mitarbeiter auch in Sachen Verdienst deutlich im Nachteil. Das monatliche Durchschnittseinkommen der akademischen Berufseinsteiger mit befristetem Vertrag beträgt rund 2940 Euro. Es fällt damit gut 19 Prozent niedriger aus als das Einkommen von unbefristet beschäftigten Berufseinsteigern mit 3640 Euro.

          Auch hier zeigen sich jedoch erhebliche Unterschiede nach Branchen: Am stärksten ist der Einkommensrückstand mit 38 Prozent im Einzelhandel, gefolgt vom Bereich Ver- und Entsorgung mit 24 Prozent und den unternehmensbezogenen Dienstleistungen mit 22 Prozent. Relativ gering ist der Rückstand in der Bauwirtschaft mit 8 Prozent, im Sozialwesen mit 6 Prozent und bei den Krankenhäusern mit 4 Prozent.

          Quelle: nab./FAZ.net

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