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Azubi-Verdienste : Wenn 332 Euro zum Leben reichen müssen

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Echte Gutverdiener: Azubis auf dem Bau in Westdeutschland Bild: Kaufhold, Marcus

Was ein Lehrling verdient unterscheidet sich je nach Beruf, Region und Ausbildungsjahr um mehr als 1000 Euro. Thüringische Spediteure müssen sich im ersten Lehrjahr mit 332 Euro begnügen. Westdeutsche Bauarbeiter sahnen dagegen kräftig ab.

          Wie viel Geld für Auszubildende zum Leben reichen muss - das ist in Deutschland je nach Branche und Region höchst unterschiedlich: Am unteren Ende stehen mit 332 Euro monatlich Lehrlinge in Speditionen in Thüringen im ersten Lehrjahr. Den mit 1460 Euro höchsten Lohn streichen junge westdeutsche Bauarbeiter im vierten Ausbildungsjahr ein. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts hervor.

          Im vergangenen Jahr seien die Ausbildungsvergütungen meist zwischen 2,4 und zehn Prozent gestiegen, in einigen Branchen hingegen habe der Lohn stagniert, heißt es dort weiter. „Neben bundeseinheitlichen Tarifverträgen gibt es solche mit starken regionalen Unterschieden, häufig verbunden mit einem West-Ost-, aber auch mit einem Süd-Nord-Gefälle“, sagte WSI-Tarifexperte Reinhard Bispinck.

          Bezogen auf das dritte Ausbildungsjahr liegen die Differenzen je nach Wirtschaftszweig bei rund 100 bis zu 450 Euro im Monat. So bekommen etwa Azubis im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe in Thüringen 442 Euro, Lehrlinge in Baden-Württemberg hingegen 890 Euro. Geringe Unterschiede zwischen den Regionen stellte das WSI etwa in der Metall- und Elektroindustrie und in der chemischen Industrie fest.

          In manchen Branchen werden Auszubildende aber auch in ganz Deutschland gleich bezahlt. Darunter fallen zum Beispiel die Banken und Versicherungen, aber auch die Druckindustrie, die Papierverarbeitung, Bahn, Post, Telekom und der öffentliche Dienst.

          Bei der Berufswahl spiele die Vergütung neben dem inhaltlichen Interesse für die Jugendlichen eine wichtige Rolle, berichten die Forscher weiter. Generell konzentrierten sich die Schulabgänger auf einige wenige Traumberufe. Mädchen wollen am liebsten Verkäuferinnen werden, Jungen KfZ-Mechatroniker.

          Bild: Hans Böckler Stiftung

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