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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Arbeitsverträge Jüngere arbeiten immer seltener befristet

 ·  Die Aussichten für Berufseinsteiger in Deutschland bessern sich. 2011 ging der Anteil der befristeten Arbeitsverträge für Jüngere deutlich zurück.

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© F.A.Z. Die Entwicklung seit dem Jahr 2000

Immer mehr junge Menschen finden wieder einen unbefristeten Einstieg ins Berufsleben. Im vergangenen Jahr ist der Anteil der befristet beschäftigten Frauen und Männer zwischen 15 und 25 Jahren deutlich gesunken. Lag er 2010 noch bei 57 Prozent, waren es zuletzt nur noch 41 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit acht Jahren.

Damit stehen die Deutschen in dieser Kohorte deutlich besser da als ihre Altersgenossen in vielen europäischen Nachbarländern, wo für viele junge Leute angesichts steigender Arbeitslosigkeit oft befristete Tätigkeiten schwer genug zu finden sind.

Im Durchschnitt über alle Altersklassen besaßen 2011 46 Prozent der Arbeitnehmer hierzulande einen Arbeitsvertrag mit Auslaufdatum, was einen Rückgang um 1 Prozentpunkt bedeutet. Dies geht aus den Antworten der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor.

In der Finanzkrise wurden Jüngere überwiegend befristet eingestellt

Die befristeten Neueinstellungen haben über einen längeren Zeitraum betrachtet deutlich zugenommen. Zu Beginn des Jahrtausends lag ihr Anteil noch bei 32 Prozent. Der Höhepunkt wurde nach dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht, als in der Gruppe der unter 25-Jährigen die Marke von 60 Prozent überschritten wurde.

Arbeitsmarktbeobachter begründeten dies mit der hohen Unsicherheit in den Unternehmen über die künftige Geschäftsentwicklung. In der Folge erlebte die deutsche Wirtschaft jedoch einen kräftigen Aufschwung. „Die schlechten Erwartungen wurden nicht erfüllt, deshalb haben die Unternehmen im vergangenen Jahr nicht mehr so zögerlich eingestellt“, sagt Martina Rebien vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Außerdem spiele eine Rolle, dass die ersten Bachelor- und Masterabsolventen auf den Arbeitsmarkt drängten. „Diese hochqualifizierten Arbeitskräfte wollen die Unternehmen in Zeiten des drohenden Fachkräftemangels gerne langfristig binden“, sagt Rebien.

In früheren Untersuchungen hat das IAB zudem darauf hingewiesen, dass in rund jedem zweitem Fall nach Ablauf der Vertragsdauer der Beschäftigte ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bekomme. Andere Befristungen wie etwa Schwangerschaftsvertretungen sind von vornherein nur auf eine bestimmte Dauer angelegt.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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