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Aktuelles Urteil : Urlaubs- und Weihnachtsgeld zählen nicht fürs Elterngeld

  • Aktualisiert am

Viele Eltern beziehen im ersten Lebensjahr ihrer Kinder Elterngeld. Die Höhe steigt aber nicht durch Urlaubs- und Weihnachtsgeldansprüche. Bild: dpa

Bei der Berechnung der Höhe des Elterngeldes zählen Urlaubs- und Weihnachtsgeld weiterhin nicht mit. Das hat das Bundessozialgericht entschieden und damit ein Urteil des Landessozialgerichts Berlin aufgehoben.

          Jährlich je einmal gezahltes Urlaubs- und Weihnachtsgeld haben keinen Einfluss auf die Höhe des Elterngelds. Diese Zahlungen bleiben bei der Berechnung des Elterngelds außer Betracht, wie das Bundessozialgericht in Kassel am Donnerstag urteilte. Es gab damit dem Land Berlin Recht. Das hatte sich gegen die Klage einer Mutter gewehrt. (Aktenzeichen B 10 EG 5/16 R)

          Die Angestellte hatte geklagt, weil die Elterngeldstelle bei der Berechnung des Elterngelds nur den monatlich gezahlten Lohn berücksichtigt hatte. Der Vertreter der Mutter argumentierte vor Gericht, dass im Arbeitsvertrag aber ein Jahreslohn festgelegt worden sei. Dieser werde in Raten ausgezahlt, zwei davon in doppelter Höhe. Damit zählten Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu den laufenden Einkünften.

          Anlassbezogene Zahlung

          Das Bundessozialgericht widersprach: Urlaub- und Weihnachtsgeld würden in den für die Berechnung maßgeblichen zwölf Monaten vor der Geburt nur einmal gewährt. Die Zahlung erfolge anlassbezogen - einmal vor der Urlaubszeit und einmal vor Weihnachten, erklärten die Kasseler Richter.

          Die Zahlungen würden damit lohnsteuerlich als „sonstige Bezüge“ gelten. Diese sind laut Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) nicht anzurechnen. Das Bundessozialgericht hob damit ein Urteil des Landessozialgerichts Berlin auf.

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