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Private Equity Durchstarter-Qualitäten gefragt

20.09.2005 ·  Die Anforderungen an Beteiligungsmanager sind hoch: Deutsche Beteiligungsgesellschaften suchen Manager mit Erfahrung und Wissen um die finanziellen Stellschrauben. Bei ausländischen Fonds liegt die Latte sogar noch höher.

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Beteiligungsmanager haben einen spannenden und vielseitigen Beruf, der ganz nebenbei noch reich machen kann. Die Größe dieses Arbeitsmarkts abzuschätzen ist wegen der Verschwiegenheit schwierig.

Nach Zahlen des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) beschäftigt die Branche in Deutschland direkt rund 1500 Mitarbeiter, davon gut 900 Professionals. Darunter werden - in Abgrenzung beispielsweise zu Sekretärinnen oder PR-Managern - diejenigen verstanden, die unmittelbar an der Beteiligungsstrategie mitarbeiten. Weil der BVK aber nicht alle ausländischen Fonds erfaßt, dürfte die Zahl der tatsächlich Beschäftigten höher sein. Dabei ist die Personaldecke der jeweiligen Fonds meist sehr dünn: Im Schnitt beschäftigt die große Mehrheit der Gesellschaften weniger als zehn „Professionals“.

Gesucht: Manager mit operativer Erfahrung

Die Anforderungen sind sehr unterschiedlich. Die deutschen Beteiligungsgesellschaften suchen vor allem Manager mit einem operativen Erfahrungshintergrund. Denn das Wissen um die Situationen verschiedener Branchen ist eine wichtige Voraussetzung, um den Wert der Unternehmen zu steigern. Nach einer Studie des BVK aus dem Jahr 2003 haben 70 Prozent der Beteiligungsmanager zuvor Erfahrungen in Industrieunternehmen gesammelt.

Aber natürlich spielt auch das Wissen um die finanziellen Stellschrauben eine bedeutende Rolle, denn die Übernahmen werden mit einem hohen Maß an Fremdkapital gestemmt. In den Auktionsverfahren und der Buchprüfung (“Due Diligence“) spielt die Finanzierungskraft des Unternehmens und die daraus resultierende Kalkulation, wieviel Schulden das Unternehmen verträgt, eine herausragende Rolle. Zwei Drittel der Manager haben denn auch berufliche Erfahrungen bei Kreditinstituten gesammelt.

Abschlüsse an Eliteuniversitäten

Für den Karrieresprung zu den großen ausländischen Beteiligungsfonds liegt die Latte höher: Die Lebensläufe vieler dieser Manager sind fast immer mit Abschlüssen an Eliteuniversitäten wie Harvard, Yale oder Oxford geschmückt. Häufig wird der Nachwuchs aus den entsprechenden Alumni-Vereinigungen, aus Netzwerken von Unternehmensberatungen und Investmentbanken rekrutiert. Eine rein universitäre Ausbildung zum Beteiligungsmanager ist nicht möglich, auch wenn Hochschulen derartige Schwerpunkte schon anbieten.

Mehr als 90 Prozent der Beteiligungsmanager studieren ein wirtschaftliches oder naturwissenschaftliches Fach, sammeln zunächst Erfahrungen in der Finanzbranche oder Industrieunternehmen, bevor sie dann zu den Private-Equity-Gesellschaften wechseln. Gewisse Durchstarter-Fähigkeiten sollte man schon haben. Denn trotz des vorausgesetzten Erfahrungsschatzes liegt der Altersdurchschnitt in der Branche zwischen 30 und 40 Jahren.

Bestens bezahlt

Das Klischee des zigarrerauchenden Renditejägers, der mit seinem Ferrari von einem „Deal“ zum nächsten jagt, trifft nur auf die absolute Spitze der Beteiligungsmanager ab und an zu. Als Partner oder Managing Director einer großen Beteiligungsgesellschaft sind im Jahr schon eine halbe bis eine Million Euro an fixer Vergütung drin. Einsteiger erhalten dagegen zwischen 100.000 und 150.000 Euro im Jahr. Hinzu kommt allerdings in beiden Fällen ein besonderes „Bonbon“ der Private-Equity-Branche: Zuzüglich der bei rund 2 Prozent des Fondsvolumens liegenden „Management Fee“, aus der die Bürokosten und die Gehälter der Manager bezahlt werden, gibt es einen weiteren Leistungsanreiz - den „Carried Interest“. Mit dieser Gebühr
partizipieren die Manager am Ende der Fondslaufzeit an der erzielten Rendite; zumeist mit rund 20 Prozent.

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