09.03.2012 · Wer Personal auswählt, ist oft schlecht vorbereitet, sagt der ehemalige Personalvorstand der Targobank. Dann entscheidet im Gespräch ein schiefer Krawattenknoten und am Ende wird ein Klon eingestellt.
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Interessant, dass diese Vermutung auch mal von einem Persoalvorstand bestätigt wird:
"Je höher sie in der Hierarchie kommen, desto größer wird die schauspielerische Fähigkeit ihres Gegenübers. ". Also alles Schauspieler in den Führungsriegen von Wirtschaft (und Politk) !? Bezeichnend: Den "normalen" Mitarbeitern wird immer dringend geraten, sich in Personalgesprächen unbedingt "authentisch" zu geben! Aber auch diese Aufforderung ist wohl nichts als eine schauspielerische Leistung!? Aber da das mit den für Führungspositionen verpflichteten Schauspielern offenkundig überwiegend gut geht, fehlt aus unerfindlichen Gründen ein diesbezüglich ergänzendes Seminarangebot an den einschlägigen Hochschulen ! Da müsste dringend Abhilfe geschaffen werden - schon aus Gründen der schauspielerischen Chancengleichheit! Dann würde die Konkurrenz für die diesbezüglichen Naturtalente etwas größer werden !
Dass viele Entscheider dazu neigen, Klone ihrer selbst einzustellen, widerspricht jeglicher Logik dieser Leute. Die sichere Auswahl erfolgt nach dem Modell der russischen Puppen, die kleinere wird eingestellt. Deshalb begegnet man in vielen Unternehmen so vielen Zwergen.
Meine Jahre in der Branche - bevor ich Schriftsteller wurde, lebte ich als Unternehmensberater - machte mir in der Begegnung mit den Vorständen immer wieder deutlich, wie wenig sie ihr Geschäft verstehen. Gerade in der Personalauswahl, aber auch in der Führung besteht ein klagenswerter Mangel an Kompetenzen über Anthropologie, Psychologie und Pädagogik. Selbst in großen Unternehmen trifft man auf Praktike, welche eher an Alchemistenküchen erinnern. Das wunderbare an den Kerlen ist, dass sie sich immer als Herren des Universums sehen.