18.10.2006 · Claus Heinrich, Personalvorstand des Softwarekonzerns SAP, wird aller Voraussicht nach die Nachfolge von BASF-Vizechef Eggert Voscherau an der Spitze der Initiative Metropolregion Rhein-Neckar antreten.
Claus Heinrich, Personalvorstand des Softwarekonzerns SAP, wird aller Voraussicht nach die Nachfolge von BASF-Vizechef Eggert Voscherau an der Spitze der Initiative Metropolregion Rhein-Neckar antreten. Das ist im Umfeld der Unternehmen zu hören. Die Entscheidung fällt nächste Woche. Voscherau, in der Region um die Städte Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen „Mr. Metropolregion“ genannt, hat mit großem persönlichen Einsatz und rund 22 Millionen Euro, welche die BASF jährlich beisteuert, die Initiative ins Leben gerufen und etabliert. Nun kündigt er für Anfang 2007 seinen Rückzug an. „Das Ziel, der Rhein-Neckar-Region einen guten Start zu verschaffen, habe ich – gemeinsam mit anderen – erfreulicherweise erreicht“, sagte er. Strukturen seien geschaffen und funktionsfähig.
Wenn Konzerne in der Region auch in Zukunft Spitzenkräfte bekommen wollen, müsse neben interessanten Arbeitsplätzen auch Lebensqualität geboten werden, begründete Voscherau stets sein Bestreben, das von großen Konzernen der Region wie Südzucker oder Heidelberger Druckmaschinen unterstützt wird. Die Politik treibt Voscherau zu länderübergreifenden Gemeinsamkeiten. So unterzeichneten Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz einen gemeinsamen Staatsvertrag zur einheitlichen Infrastrukturplanung (S-Bahn, Häfen, Flughäfen). In Sachen Wissenschaft, Kultur und Sport drängt er ebenfalls zur Bündelung.
Doch es ist ein mühseliges Geschäft, das sich Voscherau antut. Das Kirchturmdenken in Rathäusern ist trotz leerer Kassen stark ausgeprägt. Jüngstes Beispiel: Statt eine gemeinsame Lösung in der Region zu suchen, stecken die verschuldeten Städte Heidelberg und Ludwigshafen viel Geld in die Sanierung ihrer Theater. Das Geld fehlt dann in Schulen. Keine 20 Autominuten von beiden Städten entfernt liegt hingegen das berühmte Mannheimer Nationaltheater. Als Etappensieg kann Voscherau bisher immerhin die Aufnahme in die Liste der sogenannten Metropolregionen feiern. Die Region wird bekannter und rückt näher an EU-Fördertöpfe, aus denen wirtschaftlich starke Regionen unterstützt werden.