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Dienstag, 14. Februar 2012
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Merz Scheuble übernimmt die Führung

27.09.2006 ·  Von Merck zu Merz: Der frühere Chef des Darmstädter Pharmakonzerns Merck, Bernhard Scheuble, wird die Führung des Frankfurter Konkurrenten Merz übernehmen.

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Bernhard Scheuble kehrt in die Pharmabranche zurück und wird Vorstandsvorsitzender des mittelständischen Pharmaunternehmens Merz GmbH & Co. KGaA in Frankfurt. Im vergangenen November war der frühere Chef der Darmstädter Merck KGaA von einem Tag auf den anderen bei seinem damaligen Arbeitgeber ausgeschieden. Die Gründe dafür sind unbekannt geblieben.

Dem bis dahin glänzenden Ruf des 53 Jahre alten Scheuble, der sich bei Merck mit ausgezeichneten Zahlen verabschiedet hat, haben die zwangsläufig folgenden Spekulationen über seinen Abgang nicht gutgetan. Seither tauchte er unter anderem als Berater des schwedischen Finanzinvestors EQT bei dessen Versuch auf, den Bad Homburger Pharmakonzern Altana zu übernehmen, und ist in den Aufsichtsrat der belgischen Solvay eingezogen. Öffentlich ist er aber nicht mehr groß in Erscheinung getreten.

Scheuble muß seinen Ruf aufpolieren

Bei Merz kann er nun wieder anfangen, an seinem Ruf zu polieren. Die nicht börsennotierte Merz bietet ihm dafür eine gute Plattform, denn sie hat aus eigener Kraft ein Medikament zur Behandlung der Alzheimer-Demenz entwickelt, das sich anschickt, zu einem Produkt mit mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu werden. Das Präparat mit dem Namen Memantine, das in Deutschland Axura heißt, ist das zweitgrößte Produkt unter allen verfügbaren Alzheimer-Medikamenten.

Außerdem ist Merz auf dem Gesundheitssektor außerhalb der Apotheke tätig: Mit seinen Marken Tetesept und Merz Spezial ist das Unternehmen ein Anbieter von Produkten für Selbstmedikation, Nahrungsergänzung und Schönheit. Besonders bekannt sind die „Merz Spezial Dragees“. Ein Tochterunternehmen von Merz, die Senator GmbH, ist im Werbeartikelmarkt einer der führenden Schreibgerätehersteller. Die Merz-Gruppe beschäftigt 1900 Mitarbeiter und ist vollständig in Familienbesitz.

Hückmann rückt in den Aufsichtsrat

Der bisherige Merz-Chef, der geschäftsführende Gesellschafter Jochen Hückmann, 64 Jahre, wird Vorsitzender des Aufsichtsrats (Chairman) und des Gesellschafterrats der Merz-Gruppe. Merz hat in diesem Jahr seinen Aufsichtsrat schon um zwei prominente Mitglieder erweitert: Rolf Krebs, bis Ende 2003 Sprecher der Unternehmensleitung der Boehringer Ingelheim GmbH, ist in das Gremium ebenso eingezogen wie Harald Wiedmann, bis zum vergangenen Jahr Chairman von KPMG Europe.

Hückmann hatte erst in diesem Jahr gesagt, er scheue sich nicht vor der Börse, doch sei ein solcher Schritt nicht geplant. Das Unternehmen müsse so geführt sein, daß es jederzeit an die Börse gehen könne, dies aber nur dann tue, wenn es eine „riesige Gelegenheit gibt“, die sich anders nicht finanzieren lasse. Unternehmensführung und Aufsichtsrat werden durch den Eintritt von Scheuble, Krebs und Wiedmann gleichwohl erheblich börsenfähiger.

Vom Börsengang ablenken

In der Pressemitteilung zur Berufung von Scheuble lenkt Hückmann von der Diskussion um einen bevorstehenden Börsengang ab: „Unser Unternehmen setzt damit einen entscheidenden Schritt zur Sicherung seiner Zukunft als unabhängiges, in privater Hand befindliches Unternehmen“, wird er zitiert.

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