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Freitag, 17. Februar 2012
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McKinsey Jürgen Kluge weicht dem Rotationsmodell

04.09.2006 ·  Nach acht Jahren als Deutschlandchef von McKinsey hat Jürgen Kluge seinen Rücktritt erklärt. Die Nachfolge soll „ein deutlich Jüngerer“ übernehmen.

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Nach acht Jahren Führungsarbeit als Deutschlandchef von McKinsey hat Jürgen Kluge überraschend seinen Rücktritt zum 1. Januar 2007 angekündigt. Die Nachfolge an der Spitze des deutschen und österreichischen Beratungsgeschäftes der amerikanischen Unternehmensberatung ist offenbar noch nicht geregelt. Ein McKinsey-Sprecher sagte lediglich, das Amt werde "von einem deutlich Jüngeren" übernommen. Kluge wird sich künftig verstärkt internationalen Aufgaben bei McKinsey widmen.

Welche neuen Aufgaben Jürgen Kluge bei McKinsey erwarten, wurde ebenfalls noch nicht bekanntgegeben. Fest steht jedoch, daß der gebürtige Westfale weiterhin von Deutschland aus beratend tätig sein wird, voraussichtlich mit dem Tätigkeitsschwerpunkt interne Firmenentwicklung. Dazu gehören Themen wie Kundenzusammenarbeit, Recruiting und Wissensmanagement.

Persönliche Lebensplanung

Seinen Abschied verkündete der scheidende McKinsey-Chef auf dem alle zwei Jahre stattfindenden Sommerfest des Unternehmens, bei dem er die gesamte Belegschaft von McKinsey Deutschland über seine "Entscheidung aus Gründen persönlicher Lebensplanung" informierte.

In nächster Zeit wird nun Ian Davis, der oberste McKinsey-Chef, Gruppen- und Einzelgespräche mit den rund 125 McKinsey-Partnern aus Deutschland führen und einen Nachfolger für Kluge ernennen. Formale Voraussetzung für die Wahl ist, McKinsey-Partner in Deutschland zu sein. Auch der Nachfolger soll nach Unternehmensangaben nicht länger als maximal zwei vierjährige Wahlperioden im Amt bleiben. Dies entspräche der durchschnittlichen Verweildauer von sechs bis acht Jahren im Amt eines McKinsey-Länderchefs und stelle einen wichtigen Aspekt des Rotationsmodells auf McKinseys oberster Führungsebene dar, hieß es.

Aufstieg zum Managing Director gescheitert

Kluge hatte 1984 nach einer Honorarprofessur bei McKinsey begonnen und wurde, nachdem er 1995 zum Director avancierte, von 1997 an verantwortlicher Leiter des Bereichs Automobilindustrie. 1999 übernahm er die Verantwortung für das Deutschlandgeschäft. Der Sprung an die Firmenspitze von McKinsey ist Kluge jedoch verwehrt geblieben: 2003 scheiterte sein Aufstieg zum Managing Director im zweiten Wahlgang.

Kluge verläßt den Chefposten mit einer akzeptablen Bilanz. Unter seiner Führung gelang ein steter Ausbau des deutschen Beratungsgeschäfts, trotz schwieriger Wettbewerbsbedingungen in einem stark umkämpften Markt mit mehr als 14000 Beratungsfirmen. Laut Unternehmensangaben wird 2006 "voraussichtlich das beste Jahr in Deutschland in McKinseys Geschichte". Die Managementberatung hatte in Deutschland unter der Führung des promovierten Physikers 2005 ein Umsatzvolumen von rund 560 Millionen Euro erzielt. Zudem wuchs die Anzahl der Mitarbeiter in Kluges Amtszeit von 1300 auf fast 2000. Den branchentypischen Umsatzeinbruch in den Jahren 2002 und 2003 versuchte der scheidende Länderchef unter anderem durch Aufträge im öffentlichen Sektor zu kompensieren.

Harter Kampf um Marktanteile

Daß seit längerem ein verschärfter Wind im deutschen Beratungsmarkt weht, spüren auch die Konkurrenten: McKinseys größter Wettbewerber im deutschen Markt, das Münchner Beratungsunternehmen Roland Berger Strategy Consultants, hat nur mit der Hilfe eines starken Auslandgeschäfts seinen Umsatz im ersten Halbjahr des laufenden Jahres um 9 Prozent gesteigert. Im gesamten abgelaufenen Jahr 2005 hat Roland Berger 330 Millionen Euro umgesetzt. Neben verschärften Auswahlkriterien auf seiten der Kundenunternehmen sind vor allem kleinere Beratungsunternehmen Auslöser für den harten Kampf um Marktanteile. Sie besetzen erfolgreich Nischenmärkte, denn sie fokussieren sich auf spezialisierte Beratungsthemen.

Quelle: utb., F.A.Z., 05.09.2006, Nr. 206 / Seite 16
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