08.10.2006 · Ein Germanist als Organisationsberater: Er ist stolz darauf, eine literaturwissenschaftliche Methode auf Unternehmensanalysen übertragbar gemacht zu haben. „Ich muß nichts völlig Fachfremdes machen.“
„Stolz bin ich darauf, daß ich als Germanist in der Wirtschaft Fuß gefaßt und eine literaturwissenschaftliche Methode auf Unternehmensanalysen übertragbar gemacht habe. Ich muß nichts völlig Fachfremdes machen. Ich habe Germanistik studiert, zuerst mit Philosophie und dann mit Logik und Wissenschaftstheorie. Ich habe während meines Studiums keine Praktika gemacht. Dennoch bin ich danach von Siemens eingestellt worden. Ich kannte jemanden dort.
Drei Jahre habe ich für das Siemens Kultur Programm Kulturmanagement gemacht. Danach gründete ich mit zwei anderen Literaturwissenschaftlern die Unternehmensberatung ,System + Kommunikation'. Die Idee war, unsere Erfahrungen zu bündeln und Wissen aus dem Studium zu nutzen. Mit der von uns entwickelten Storytelling-Analyse haben wir uns an eine Methode zur Interpretation von Erzählungen erinnert, die wir im Studium kennengelernt hatten. Diese haben wir auf Unternehmen übertragen: Beim Storytelling lassen wir Mitarbeiter ihre Arbeitsbiographie erzählen und können dadurch Konflikte aufdecken, geheime Gesetze des Unternehmens analysieren und Probleme lösbar machen. Unsere Methode haben wir zuerst bei Siemens vorgestellt. Die haben sich gefragt, was ihnen denn diese Literaturwissenschaftler schon erzählen könnten. Doch nach der ersten Analyse waren sie begeistert.“