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Basetsana Kumalo Mit Minen und Mandela

 ·  Sie wuchs im Getto auf, gewann als erste Schwarze die Wahl zur „Miss Südafrika“, wurde als Fernsehmoderation berühmt, verdient heute als Unternehmerin Millionen und kocht noch jeden Tag für ihren Mann.

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Basetsana Kumalo gehört zu den Menschen, denen man schnell verzeiht, wenn sie einen eine Stunde warten lassen. Zugegebenermaßen ist das Haus der Südafrikanerin auch nicht der schlechteste Platz, um eine Stunde seines Lebens zu verbringen. Kumalo residiert inmitten eines riesigen manikürten Gartens auf einem Hügel, fernab vom Trubel der Wirtschaftsmetropole Johannesburg. Die Villa sieht so aus, wie sich Südafrikaner toskanische Palazzi vorstellen: viel Terrakottafarbe, viel Schmiedeeisen, viele Säulen. Aus den geöffneten Fenstern wehen teure Vorhänge. Ein Springbrunnen plätschert.

Kumalo ist in Südafrika vielen Fernsehzuschauern und Zeitschriftenlesern bekannt. Aus armen Verhältnissen stammend schaffte sie es, eine Art südafrikanischen Traum zu verwirklichen: von der „Miss South Africa“ zur Moderatorin, zur Fernsehproduzentin und zur „Minenmagnatin“, wie sie wegen einer Beteiligung an Bergbauunternehmen oft genannt wird. Damit ist die 35 Jahre alte Geschäftsfrau ein Paradebeispiel für die neue Generation der energiegeladenen schwarzen Unternehmerinnen im demokratischen Südafrika.

Aufsichtsratssitzungen, Geschäftstreffen und kochen

Dass das Adjektiv „energiegeladen“ zutrifft, beweist Kumalo schon bei ihrer Ankunft. Rasant fährt sie in einem Porsche Cayenne durch das Eingangstor. Es tue ihr schrecklich leid, entschuldigt sie sich mit strahlendem Lächeln und lässt die Krokodilledertasche nachlässig fallen. Aber ihr Sohn habe heute seinen vierten Geburtstag im Kindergarten gefeiert. Dafür habe sie Kuchen kaufen müssen und Katzenfutter – er bekomme zwei Kätzchen –, und zu guter Letzt habe ein Lastwagen den Weg versperrt. Wer will dem noch etwas entgegensetzen? Kumalo steht offenkundig nicht unter Druck. Die Frau scheint das Geheimrezept gefunden zu haben, Familie und Karriere zu vereinen.

Auf die drängende Frage „Wie?“, antwortet sie lächelnd: „Ich schlafe nicht.“ Das ist allerdings nur halb als Witz gemeint. „Ich schlafe tatsächlich nur drei bis vier Stunden, mehr brauche ich nicht.“ Die Tage seien mit Aufsichtsratssitzungen, Geschäftstreffen, dem Kochen für das Abendessen – „mein Mann isst nur von mir Gekochtes“ – und Aktivitäten mit Sohn Nkosinathi gefüllt. Die restliche Arbeit erledige sie nachts. „Die Leute denken oft, dass die Uhrzeit in meinem Computer falsch eingestellt ist, wenn sie um 4 Uhr morgens von mir eine E-Mail erhalten. Aber nachts bin ich am produktivsten.“

„Die Kindheit in Soweto hat mir Bodenhaftung gegeben“

Kumalo wuchs in einer Umgebung auf, die zu ihrer jetzigen Adresse kaum gegensätzlicher sein kann. Die Familie – der Vater Busfahrer, die Mutter Lehrerin – lebte in Soweto, einer aus Wellblechhütten und einfachen Häuschen bestehenden Schwarzensiedlung vor den Toren von Johannesburg. Es war die Zeit der Apartheidpolitik in Südafrika, in der die schwarze Bevölkerung brutal unterdrückt wurde. Kumalo war zwei Jahre alt, als das Militär den Kinderaufstand von Soweto mit Panzern und schwerem Geschütz niederwalzte. 500 Jugendliche starben.

Trotzdem habe sie gute Erinnerungen an ihre Kindheit. Auch wenn es an vielem mangelte, sei sie in einem warmen, liebevollen Umfeld aufgewachsen, erzählt sie gut gelaunt. „Meine Eltern hatten wie alle schwarzen Südafrikaner damit zu kämpfen, Essen auf den Tisch zu bringen. Fleisch gab es nur einmal im Monat, aber für uns Kinder spielte das keine große Rolle. Ich bin dankbar für meine Kindheit. Sie hat mir Bodenhaftung gegeben.“

Außerdem hätten die Eltern ihr den Unternehmergeist eingehaucht, dem sie ihren jetzigen Wohlstand zu verdanken habe. Der Alltag im Township bot außerdem hervorragende Möglichkeiten, diesen weiter zu entwickeln. Als Kind habe sie alles Mögliche verkauft: belegte Brote, Lutscher, hartgekochte Eier. „Ganz ehrlich, ich kann einem Eskimo Eis andrehen“, prahlt die heutige Millionärin. „Aber wehe, jemand bezahlte mehrmals nicht, dann bekam er es mit mir oder meiner Mutter zu tun, und die war resolut.“

„Miss South Africa“ wird zum Nationalsymbol

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