20.03.2012 · Während der Gesetzgeber noch berät, sind die Unternehmen schon weiter. Aber diskriminiert ein Arbeitgeber seine männlichen Mitarbeiter, wenn es freiwillig eine Frauenquote einführt?
Von Anja MengelRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Debatte um die Frauenquote geht meiner Meinung nach an der zentralen Frage vorbei: Wie fördern wir junge Familien in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Frauenquote ist da eher nebensächlich.
Wenn Quote - dann aber richtig
Eine Quote ist immer eine – juristisch bedenkliche - Brechstange mit der verkrustete Strukturen aufgebrochen werden. Aus grundsätzlichen Erwägungen bin ich gegen eine Quote. Ich bin aus einer Generation, in deren Jugend soziale Gerechtigkeit noch propagiert wurde. Was ist nicht verstehe, warum sie ausgerechnet, für Frauen aus dem Management angewendet werden soll, die ins Top-Management wollen? Wären nicht Migranten- oder Hartz IV-Kinder-Quoten für Universitäten und Ähnliches sehr viel dringender, wenn denn Benachteiligten mit diesem Mittel geholfen werden soll?
Frauenquoten diskiminieren Frauen
Frauenquoten ob "feiwillig" oder nicht haben den Beigeschmack
einer Behindertenquote und das haben Frauen gar nicht nötig. Es ist
ja doch eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen den Männern
in nichts nachstehen, was berufliche Qualifikationen angeht. Die
individuelle Biographie hochqualifizierter Frauen, die eine
Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Thema hat. ist der Sargnagel des
Karriereaufstiegs in den meisten Positionen. Eine Frauenquote
ändert daran jedoch gar nichts- vielmehr macht sie aus
hochgeschätzten Kolleginnen Quotenfrauen. Frau sein ist keine
Behinderung, sondern eine Bereicherung in allen von Männern
dominierten Berufen.
Der Bevölkerungswandel wird von alleine eine Zunahme von Frauen in
Führungspositionen erzwingen. Leider ist zu befürchten, dass
gleichzeitig immer weniger dieser intellegenten und gut ausgebildeten
Frauen eine Familie gründen werden. Und das wäre ein sehr
schmerzhafter Verlust für unsere Gesellschaft.
Und was ist mit Fördermaßnahmen, die nicht unabhängig
vom Geschlecht sind (z.B. ein Mentoring speziell für Frauen --
keine Seltenheit beim heutigen feministischen Sexismus)? Und was ist,
wenn für die Aufnahme in Fördermaßnahmen Quoten gelten?
Sind das erlaubte "positive" Maßnahmen?
Warum soll es überhaupt positive Maßnahmen geben für
Frauengenerationen, die in ihrem Leben nie negativ diskriminiert wurden?
Freie Auswahl nach unternehmerischen Belangen oder einfach nach Quoten?
Bei einer freien Auswahl der Mitarbeiter kommt es zu einer kleinen, aber
feinen Auswahl bestqualifizierter Frauen für Spitzenpositionen der
Unternehmen. Mit einer gesetzlich
aufgezwungenen oder freiwillig selbstverordneten Frauenquote wird die
Auswahl der
Mitarbeiter unfrei, und es kommt auch eher zu einer Negativauswahl von Frauen
für Spitzenpositionen in den Unternehmen.