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Medien Verkaufstalente gesucht

14.07.2005 ·  Es geht aufwärts mit der Medienindustrie. Diesen Eindruck bekommt zumindest, wer sich mit den Personalfachleuten großer Medienkonzerne unterhält.

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Es geht aufwärts mit der Medienindustrie. Diesen Eindruck bekommt zumindest, wer sich mit den Personalfachleuten großer Medienkonzerne unterhält. „Die Zahl der offenen Stellen, die derzeit in unserer internen Stellenbörse angeboten werden, hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt“, sagt Gert Stürzebecher, der beim Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann die Personalentwicklung für das Management leitet. Ein Drittel der weltweit mehr als 76.000 Mitarbeiter des größten deutschen Medienkonzerns sind im Inland beschäftigt.

Seit anderthalb Jahren betont Bertelsmann-Chef Gunter Thielen wieder stärker die Wachstumschancen für das Unternehmen, während zuvor Sparen und Konsolidieren den Vorrang hatten. Die Fernsehsender der RTL-Gruppe und der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr leiden zwar noch unter der schlappen Werbekonjunktur in Deutschland. Doch vor allem die Bertelsmann-Dienstleistungssparte Arvato habe Bedarf an neuen Mitarbeitern, sagt Stürzebecher.

Chancen im Mobilfunkgeschäft

Neue Chancen sieht Arvato-Chef Hartmut Ostrowski zum Beispiel im Mobilfunkgeschäft. „Da könnte eine dreistellige Zahl neuer Stellen entstehen“, schätzt Personalmanager Stürzebecher. Gefragt seien vor allem Kaufleute. Bei Arvato - der früheren Mohn Druck - geht es auch oft um technische Fragen. „Wirtschaftsingenieure, die betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit technischem Know-how verbinden, haben deshalb gute Chancen“, sagt Stürzebecher.

Bessere Berufschancen eröffnen sich auch beim Berliner Axel Springer Verlag. 2004 hat das größte deutsche Zeitungshaus sein zwischenzeitlich auf Eis gelegtes Trainee-Programm für den Verwaltungsbereich wiederaufgenommen. Ein rundes Dutzend Nachwuchs-Manager pro Jahr lernen das Verlagsgeschäft kennen. Nicht nur Betriebswirte haben bei Springer eine Chance. Lediglich etwas mehr als die Hälfte des Springer- Nachwuchses im kaufmännischen Bereich hat nämlich Betriebswirtschaft studiert.

Gefragt ist Leidenschaft und Verkaufstalent

„Darüber hinaus suchen wir Juristen, Kommunikations- und Medienwissenschaftler sowie Sozial- und Geisteswissenschaftler“ , sagt Elisabeth Händel, die bei Springer die Personalentwicklung leitet. Auch ohne Wirtschaftsstudium kann man es im Verlag bis ganz nach oben bringen: Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner ist Musikwissenschaftler und gelernter Journalist.

Gefragt ist die Leidenschaft für das Mediengeschäft: „Wir wollen keine ,Fachidioten‘, denen es egal ist, ob sie für einen Verlag oder eine Versicherung arbeiten“, sagt Händel. Zwar ist der Andrang auf die freien Stellen bei Springer groß. „Das Mediengeschäft ist für viele Interessenten einfach sexy“, sagt Händel. „Wir haben kein Problem, sehr gute Leute zu finden.“ Bestimmte Qualifikationen seien besonders gefragt. „Was wir suchen, sind Mitarbeiter, die Verkaufstalent mitbringen. Die sind rar.“

Quelle: theu., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Juli 2005, Seite V36
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