15.10.2012 · Sie arbeitete viele Jahre als Richterin. Erst im Alter von Mitte 50 zog es Mechthild Dyckmans in die Bundespolitik. Nun ist sie Drogenbeauftragte der Regierung.
Von Corinna BudrasRichtlinien für Lesermeinungen
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Staatseingriffe immer nur "Ultima Ratio"?
Wenn gerade das große Elend von drogenabhängigen Menschen nicht genau das ist, was zur "Ultima Ratio", also einem "Staatseingriff" (allein schon dieses Wort!), berechtigt, was soll denn dann die Ultima Ratio sein, die Frau Dyckmans überhaupt für gerechtfertigt halten würde? Keine, richtig? Der Staat soll möglichst so wenig tun, daß drogenabhängige Menschen sich gerne auch mal in der Gosse ihren Druck setzen und verrecken, wie es gegenwärtig der Fall ist. Es können ja Privatiers diese Aufgaben übernehmen, aber um Himmels Willen bloß nicht der Staat! Dann wird, dank Frau Dyckmans, ein Modellprojekt unter Umständen eingestellt, weil es ohne Staatshilfe nicht mehr finanzierbar ist, auch wenn es sinnvoll wäre. Der Freiheit wegen. Tut mir leid, aber wenn ein Mensch so denkt und gleichzeitig als "herzig" beschrieben wird, dann paßt das für mich so gar nicht zusammen. Vielen Dank, liebe Bundesregierung!
Wenn "mütterliche Aura" realistischer Drogenpolitik im Wege steht.
„Druck-Checking ist aus der Sicht der Bundesregierung keine
geeignete Maßnahme des Gesundheitsschutzes“, sagte Frau
Dyckmans und meint das wahrscheinlich völlig ernst, während
sie sich und andere in ihrer eigenen "mütterlichen Aura"
badet. Druck-Checking (Drug-Checking) ist eine unmittelbare
Maßnahme, um Drogenbenutzer darüber aufzuklären, ob die
Droge, die sie konsumieren wollen, "sauber" ist und wie hoch
sie konzentriert ist. Drug-Checking hat sicher schon sehr vielen
Menschen - Drogenkonsumenten sind übrigens auch Menschen - das
Leben gerettet. Die Idee, die von der "mütterlichen"Frau
Dyckmans vertreten wird, entspricht der katholischen Idee,
Präservative in Drittweltländern mit einer hohen AIDS-Rate zu
verbieten, weil Sex zu haben,der nicht der Fortpflanzung dient,
Sünde sei.
Ein Fortschritt - z.B. Entkriminalisierung von THC-Usern- in der
Drogenpolitik ist von Frau D., die auch noch über
"Lebenserfahrung" verfügt, "ohne jemals illegale
Drogen genommen zu haben", nicht zu erwarten.
...eine authentisch wirkende Politikerin? Aus der FDP? Wenn sie nicht auißpasst, ist sie bald Ministerin oder Vizekanzlerin. ABer im Ernst... Meines Erachtens recht wohltuend, eine lebenserfahrene, hier eher unprätentiös geschilderte Frau in der Politik...