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MBA-Programme Streben nach dem Spitzenplatz

 ·  Für einen international renommierten Master of Business Administration (MBA) ist die Wahl der richtigen Schule entscheidend. Denn Unternehmen achten sehr genau auf den Platz einer Business School in den Rankings.

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„Wir streben mit unserem Vollzeit-MBA-Programm einen Spitzenplatz in den Rankings an“, sagt Matthias Straetling. Er ist geschäftsführender Direktor der Executive School der Universität St. Gallen (HSG) in der Schweiz, die vor knapp eineinhalb Jahren ein Vollzeit-Master-of-Business-and-Administration-Programm aufgelegt hat. Denn beim MBA spielt die Reputation der Schule, an der der Titel erworben wurde, eine große Rolle. „Internationale Unternehmen achten sehr genau darauf“, bestätigt Karl-Friedrich Raible von der Managementberatung Kienbaum. Wie gut der Ruf einer Business-School in der Öffentlichkeit ist, hängt stark von ihrem Platz auf der Rangliste in internationalen Wirtschaftsmagazinen wie „Business Week“ oder „Financial Times“ ab. Dabei spielt es in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle, daß die Rankings umstritten sind. „In die Rangliste aufgenommen werden kann ein Programm aber erst, wenn es drei Jahre läuft“, erklärt Straetling.

Die St. Gallener sind ehrgeizig. Das beginnt schon bei der Auswahl der Studenten für das einjährige MBA-Programm, das am 1. Januar startet und am 31. Dezember endet. „Denn mindestens die Hälfte des Lernerfolges hängt von den Mitstudierenden ab.“ Davon ist Straetling überzeugt. Deshalb sind die Aufnahmekriterien streng. Jedes Jahr können 30 bis 45 Bewerber ihr Studium an der Business-School beginnen, die Kandidaten kommen aus der ganzen Welt. Über die genaue Zahl der Bewerber schweigt Straetling.

„Wir setzen auf Vielfalt“

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium - „egal welcher Fachrichtung“-, außerdem werden mindestens vier Jahre Berufserfahrung gefordert, „hier muß eine gewisse Entwicklung erkennbar sein“. Die Bewerber müssen ihre Englischkenntnisse durch einen TOEFL-Test und ihre mathematisch-analytischen Fähigkeiten durch den sogenannten Graduate Management Admission Test (GMAT) unter Beweis stellen. Außerdem müssen sie ihre Motivation für das Studium in vier englischen Aufsätzen erklären: Wo kommen Sie her?, Wo wollen Sie hin?, Was war Ihr größter Erfolg? und Wie haben Sie diesen erreicht? Überdies müssen die Bewerber mit einem telefonischen Interview rechnen.

Wer schließlich aufgenommen wird, darüber entscheidet ein Komitee einstimmig. „Wir haben ein gutes Gefühl dafür entwickelt, wer zu uns paßt“, sagt Straetling. In diesem Jahr nehmen 30 Studenten am Programm teil. Nur jeder fünfte Teilnehmer ist weiblich. Die meisten Studenten sind Ende Zwanzig, Anfang Dreißig. Sie stammen aus 15 verschiedenen Ländern. Deutsche sind genauso darunter wie Inder, Chinesen, Amerikaner und Russen. „Alle bringen ganz unterschiedliche berufliche Erfahrungen mit. Wir setzen auf Vielfalt.“

In der Schweiz sollen sie das theoretische und praktische Rüstzeug für eine Manager-Karriere erlernen. Dafür greifen die Nachwuchsmanager beziehungsweise ihre Eltern tief in die Tasche. 48.000 Schweizer Franken oder rund 31.000 Euro kostet das einjährige Studium.

„Vielmehr Praxisprojekt“

Im ersten halben Jahr werden die Studenten in moderner Managementlehre unterrichtet, also in Finanzen, Marketing, Rechnungslegung, Strategie und Recht. Die Professoren legen großen Wert auf praktische Übungen. So werden die Studenten nicht nur theoretisch in die Gesetze des Marketings eingeführt: Eine Kampagne für eine Automarke konzipieren, das ist zum Beispiel eine praktische Aufgabe im Marketing-Seminar. Oder die Lernenden schlüpfen in die Rolle von Bank-Mitarbeitern, die verschiedene Business-Pläne vorgelegt bekommen haben. In welches Projekt sollen sie investieren und warum? Das sind die Fragen, über die sich die Studenten in Gruppen die Köpfe zerbrechen und ihre Ergebnisse dann Professor und Kommilitonen präsentieren. Straetling erwartet großes, auch zeitliches Engagement. „Zu den 20 Unterrichtsstunden pro Woche kommt noch einmal das Doppelte an Vor- und Nachbereitung.“

In den Sommermonaten zwischen Juli und September arbeiten die Studenten am sogenannten MBA-Projekt. „Das ist keine Mini-Diplomarbeit, sondern vielmehr ein Praxisprojekt.“ Bei der Wahl der Themen läßt die Hochschule dem Nachwuchs großen Freiraum. „Viele nutzen die Zeit, um in einem Unternehmen ihrer Wunschbranche zu arbeiten.“ In diesen Wochen erstellen sie Studien zu unterschiedlichen Themen. Nach diesem Praxisblock können sich die Studenten bis zum Ende des MBA-Programms auf ihre Lieblingsfächer spezialisieren. Dabei spielt das vernetzte Denken eine große Rolle. Ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, auch das steht auf dem Studienplan. Mit dem MBA in der Tasche erhoffen sich die Absolventen einen Karrieresprung, der sich natürlich auch in einem höheren Gehalt ausdrückt.

Informationen unter www.mba.unisg.ch

Quelle: F.A.Z., 20.05.2006, Nr. 117 / Seite 54
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