19.10.2009 · Was löst eine Allergie im menschlichen Körper wirklich aus? Solchen Fragen geht der Grundlagenforscher Martin Metz nach - und behandelt gleichzeitig Patienten an der Charité.
Der Weg von Kalifornien nach Berlin war lang, aber er fiel Martin Metz nicht sonderlich schwer. Der 37 Jahre alte Dermatologe schwärmt zwar noch heute von den tollen Forschungsbedingungen, in deren Genuss er als Stipendiat während seiner Zeit an der berühmten Stanford University kam. Dieses Umfeld führt dazu, "dass in jedem Labor ein potentieller Nobelpreisträger sitzt". Doch glorifizieren will er die Verhältnisse in Amerika nicht. Im Gegenteil, seine Entscheidung zur Rückkehr nach Deutschland fiel ganz bewusst. Denn in Übersee hätte er sich klar entscheiden müssen zwischen Wissenschaft und Praxis. "Ich bin aber Arzt und Forscher", sagt Metz, und diese Kombination ermöglicht ihm die Charité. Auch wenn er dafür finanziell erhebliche Abstriche machen müsse. Über einen monatlichen Nettoverdienst von 3200 Euro würden amerikanische Kollegen jedenfalls nur müde lächeln.
Dafür kann er in Deutschland beides sein: Oberarzt und Laborleiter. Mit seinen Forscherkollegen geht er vor allem den Geheimnissen der Mastzellen auf den Grund. Es geht darum, "zu verstehen", wann diese Zellen krankhaft funktionieren und Allergien wie Heuschnupfen und Asthma auslösen, sagt Metz. Das Spannende an der Grundlagenforschung sei, sich selbst zu überlegen, was Allergien beeinflussen kann: Welche Rolle etwa spielen in diesem Zusammenhang die Nerven? Dann werden Forschungspläne geschrieben, Anträge für die nötigen Mittel gestellt, Hypothesen formuliert und mit Hilfe von Tests an Labormäusen überprüft. Manchmal werden auch per Zufall Substanzen entdeckt, die allem Anschein nach Allergien bekämpfen. Dann prüfen Metz und seine Mitarbeiter, ob dieser Zusammenhang wirklich besteht.
Mitten ins Gespräch mit dem Forscher kann aber auch immer mal ein Telefonat platzen. Wenn drüben in der Fachabteilung des Hauptgebäudes der Oberarzt verlangt wird, wartet die praktische Seite seines Berufs auf Martin Metz. Den ständigen Wechsel empfindet er nicht als belastend, sondern als inspirierend, sagt er noch, bevor er sich verabschiedet und den Labormäusen vorerst den Rücken kehrt.