Die Bundesregierung will in Kürze neue Maßnahmen im Kampf gegen den Pflegekräftemangel verabschieden. So soll die Bundesagentur für Arbeit von 2013 an wieder die komplette dreijährige Umschulung von Arbeitslosen zu Alten- und Krankenpflegern finanzieren, wie aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht.
Das Ministerium bestätigte die Pläne gegenüber der F.A.Z.. „Die Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege steht kurz vor dem Abschluss“, sagte ein Sprecher. Derzeit befinde sich die Offensive in den abschließenden Beratungen mit den beteiligten Partnern wie etwa dem Gesundheitsministerium. Das entsprechende Gesetz solle noch in diesem Jahr in Kraft treten. Zu den erwarteten Kosten für die Arbeitslosenversicherung machte er keine Angaben. Das Programm sei bewusst bis 2015 befristet. „Wir wollen auf Sicht fahren und auf aktuelle Bedürfnisse am Arbeitsmarkt reagieren können“, sagte der Sprecher.
115 Tage für die Besetzung einer Stelle
Der Mangel an Pflegekräften in Deutschland besteht schon heute. Derzeit dauert es nach Angaben der Arbeitsagentur im Durchschnitt 115 Tage, um eine freie Stelle zu besetzen. Das ist deutlich länger als für die meisten anderen Berufe. Es wird erwartet, dass sich angesichts der alternden Gesellschaft die Lage in den kommenden Jahren noch deutlich zuspitzen wird. Bislang trägt die Kosten für eine dreijährige Umschulung in den ersten beiden Jahren die Arbeitsagentur. Für das letzte Jahr müssen andere Bundesmittel gefunden werden oder die Bundesländer in die Bresche springen. Doch nur wenige Länder wie etwa Hessen haben sich zu einer solchen Zusage durchgerungen. Viele scheuen sich angesichts leerer Kassen vor den drohenden Kosten. Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, hatte in dieser Zeitung deshalb unlängst dem Gros der Länder eine Blockadepolitik vorgeworfen (F.A.Z. vom 16. Juli).
Im Rahmen des Konjunkturpakets II zur Bekämpfung der Folgen der Wirtschaftskrise hatte der Bund schon in den Jahren 2009 und 2010 die Finanzierung des dritten Umschulungsjahres übernommen. Damals verdoppelte sich im ersten Jahr die Zahl der neuen Teilnehmer fast auf 7000. Im zweiten Jahr waren es dann 9000. Nach dem Ende der Sonderregelung sank die Zahl 2011 wieder auf 3500. Wie aus der Anfrage der Grünen hervorgeht, waren die Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern dabei enorm. Waren es in Rheinland-Pfalz lediglich 10 Prozent, betrug der Rückgang in Sachsen 70 Prozent und in Thüringen 62 Prozent.
Aus Sicht der Opposition hat die Bundesregierung schon zu viel Zeit verstreichen lassen im Kampf gegen den Pflegekräftemangel. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) müsse zügig die Voraussetzungen für die dreijährige Finanzierung der Umschulung schaffen, forderte Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik. Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik, ist nach den Erfahrungen der Vergangenheit jedoch skeptisch. „Ankündigungen haben wir genug gehört, passiert ist aber bisher nichts.“
Es geht nicht ums Krankenhaus
Ralf Sandorn (rwst9)
- 10.08.2012, 07:54 Uhr
Klar,
Closed via SSO (Berttreb)
- 09.08.2012, 18:15 Uhr
Krankenpflegeschüler bekommen vom ausbildenden Krankenhaus kein
Geld mehr?
klaus keller (klkeller)
- 08.08.2012, 18:12 Uhr
Verstehst Du Deutschland?
Jürgen Schölzel (clopal)
- 08.08.2012, 16:42 Uhr
