http://www.faz.net/-gyl-8zu3b

Zufriedenheit der Arbeitnehmer : Jeder Zweite fühlt sich unterbezahlt

Besonders unter älteren Arbeitnehmer ist die Loyalität zum Unternehmen noch recht groß. Bild: dpa

Viele deutsche Arbeitnehmer finden: Ein bisschen mehr dürfte es schon sein! Ihr Gefühl, vom Arbeitgeber ungerecht behandelt zu werden, hält sich trotzdem in Grenzen. Stark gesunken ist das Interesse dagegen in zwei anderen Bereichen.

          Ein bisschen mehr dürfte es schon sein, findet die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer, wenn sie danach gefragt werden, ob sie für ihre Leistung im Beruf richtig bezahlt werden. Rund 56 Prozent halten sich für unterbezahlt, 43 Prozent sehen ihre Leistung genau richtig vergütet, aber nur 1 Prozent empfindet sich als überbezahlt und ist aufrichtig genug, diese Selbsterkenntnis in einer Befragung auch zuzugeben. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Telefon-Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (Ernst & Young) unter 1400 Arbeitnehmern in Deutschland.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Gefühl, vom Arbeitgeber ungerecht behandelt zu werden, hält sich aber in Grenzen. Zwar empfindet die Mehrheit (76 Prozent) der Arbeitnehmer die Einkommensverteilung in Deutschland insgesamt als ungerecht; das Gehaltsgefüge im eigenen Unternehmen wird aber mehrheitlich als gerecht empfunden. 71 Prozent bezeichnen es als „absolut“ oder „überwiegend“ fair. Bei den Männern sind es etwas mehr als bei den Frauen, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind aber nicht gravierend.

          Drang nach Karriere lässt nach

          Das große Murren brauchen Arbeitgeber daher nicht zu fürchten. Die Umfrage zeigt, wie zufrieden und loyal die deutschen Arbeitnehmer insgesamt sind. Über 80 Prozent fühlen sich ihrem Arbeitgeber verbunden, jeder Dritte sogar „sehr eng“. Vor allem auf die ältesten Mitarbeiter können sich die Unternehmen verlassen, mit zunehmenden Alter steigt die Loyalität.

          Der lange wirtschaftliche Aufschwung hinterlässt seine Spuren. „Die deutschen Arbeitnehmer sind relativ satt und zufrieden“, bewertet die Studienautorin Ulrike Hasbargen die Ergebnisse: Die richtige Balance zwischen Arbeit und Privatleben habe bei vielen inzwischen einen höheren Stellenwert als eine vielversprechende Karriere.

          Der Drang nach Karriere hat nachgelassen: Vor zwei Jahren wünschte sich noch eine Mehrheit der Männer (58 Prozent) mehr Karrierechancen, in diesem Jahr nur noch eine Minderheit von 38 Prozent. Auch bei den Frauen sei der Wunsch nach Karriere spürbar zurückgegangen, heißt es in der Studie. Der Anteil der Frauen, die sich mehr Aufstiegsmöglichkeiten wünschen, ist innerhalb von zwei Jahren von 49 auf 31 Prozent gefallen.

          Auch das Interesse an einem Wechsel des Arbeitsplatzes ist laut der Studie dementsprechend stark gesunken. Nur noch 8 Prozent der Arbeitnehmer sehen sich nach einem neuen Arbeitgeber um. Vor zwei Jahren waren es mit 18 Prozent noch mehr als doppelt so viele. Die große Mehrheit von 82 Prozent schließt einen Wechsel des Arbeitgebers derzeit sogar kategorisch aus.

          Weitere Themen

          Prostitution über soziale Medien Video-Seite öffnen

          Teilzeit-Freundin in Hongkong : Prostitution über soziale Medien

          Die Zahl der jungen Frauen, die in Hongkong Sex gegen Geld anbieten, wächst. In Kontakt mit ihren Freiern kommen die so genannten "Teilzeit-Freundinnen" häufig über soziale Medien. Dass dies ein gefährliches Ende nehmen kann, begreifen die Teenager häufig nicht.

          Topmeldungen

          Angela Merkel am Mittwoch bei einer Veranstaltung zum Weltflüchtlingstag

          Asyl und Euro : Merkel spaltet die Europäische Union

          Die Bundeskanzlerin pocht darauf, mit ihrem Alleingang in der Flüchtlings- und Euro-Rettungspolitik alles richtig gemacht zu haben. Die Folgen sind gewaltig – für Deutschland, die EU, Arabien und Afrika. Ein Kommentar.
          Sandra Maischberger diskutiert mit ihren Gästen den Asylstreit bei der Union.

          TV-Kritik: Maischberger : Die Kanzlerin kämpft um ihren Ruf

          Sandra Maischberger diskutierte mit ihren Gästen über die existentielle Krise der Union. Um Sachfragen scheint es in der Asyldebatte kaum noch zu gehen. Stattdessen steht ein Kampf um Macht und Deutungshoheit im Zentrum.

          Einwandererkinder : Trump gibt nach

          Donald Trump will die Trennung von Einwandererfamilien an der Grenze beenden. Nun sollen auch die Kinder in Abschiebeknäste. Dadurch könnte sich der Präsident neue juristische Probleme einhandeln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.