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Lehrermangel : Kultusminster fordern mehr Studienplätze

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Leer Klassenzimmer: Lehrermangel stellt Kultusminster vor Herausforderung Bild: dpa

Immer mehr Quereinsteiger werden Lehrer oder die Stellen bleiben unbesetzt. Die Kultusminsterkonferenz will darum mehr Studienplätze und Vergleichbarkeit.

          Wegen des hohen Lehrermangels in Deutschland plädiert der Chef der Kultusministerkonferenz, Helmut Holter, für mehr Plätze in Lehramtsstudiengängen. „Es müssen mehr Lehrer ausgebildet werden“, sagte er. An diesem Donnerstag kommen die Bildungsminister von Bund und Ländern in Berlin zusammen. Auch wenn Ausbildung von Lehrer in die Zuständigkeit einzelner Länder falle, müssten alle mitziehen.

          Die Kultusministerkoferenzt rechnet jährlich mit einem durchschnittlichen Einstellungsbedarf von knapp 32 000 Lehrern, weil bis 2030 die Zahl der Schüler um 278 000 auf 11,2 Millionen steigen wird. Probleme diese Stellen zu besetzten wird es vor allem in Berufsschulen, Grundschulen und solchen, die eine sonderpädagogische Ausbildung erfordern. Nur an Gymnasien gibt es mehr Bewerber als Stellen.

          Lehrermangel in Ostdeutschland am größten

          Besonders betroffen vom Lehrermangel sind zurzeit Grund- und Förderschulen in den Stadtstaaten und in ostdeutschen Bundesländern. Als Reaktion würden Klassen vergrößert und Unterricht verkürzt. Zudem würden die Länder versuchen, Pensionisten zu gewinnen, Studenten oder Quereinsteiger.

          Die Kultusminister wollen auch Empfehlungen zur Stärkung der Demokratieerziehung in der Schule geben und über die  Platzvergabe beim Medizinstudium beraten. Schüler, die sich gesellschaftlich engagieren, sollten dafür im Zeugnis gewürdigt werden. Zudem sollten Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Sexismus und Homophobie stärker als bisher im Unterricht erörtert werden.

          Vergleichbarkeit in Schulen

          Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will im Kreis der Ressortchefs auch auf mehr gemeinsame Standards im Schulunterricht pochen. Es brauche mehr Vergleichbarkeit. „Offenbar gibt es erfolgreichere Länder und weniger erfolgreiche. Das zieht sich von den unverzichtbaren Grundfähigkeiten des Lesens, Rechnens und Schreibens bis zum Ganztag durch alle Themen“, sagte Eisenmann. Die Ziele müssten die Länder in einem Staatsvertrag festschreiben. Bayern und Baden-Württemberg hatten bereits mehrfach auf verbindliche Bildungsstandards und einen entsprechenden Staatsvertrag gepocht.

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