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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Lehrerbildung Der kurze Weg zum Praxisschock

 ·  Die Lehrerbildung verspielt die Zukunft der Schule. Die Verkürzung der Einführungsphase auf ein Vierteljahr etwa in Hessen schmälert die Qualität erheblich.

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Alina Duesselman

Elendes Geschwätz

Ich frage mich was die angehenden Lehrer an der Uni überhaupt lernen?
Aus meinem Studium ( Diplom Mathe+Physik) kenne ich so einiges über sie.. abgespecktes Studium, Lehrer-Bonus in den mündlichen Prüfungen (selbst beigesessen, und selbst großzügig die vielen zukünftigen Lehrer vor dem Durchfallen gerettet). Und ja, was verdient man in der freien Wirtschaft? Mit 1800 netto fängt man gewöhnlich an, kaum jemand kommt auf die 2700 netto, auf die sich junge Studienrätinnen (A 13 BW, 2900 netto Strkl 1, abzüglich ca. 100-200 für die PKV) monatlich freuen. Und ja, in meinem Bekannten-Kreis sind es die Lehrer, die am meisten verdienen und am meisten jammern.

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Gerhard Treutlein

Der kurze Weg zum Praxisschock

Man könnte ja gerade meinen, die zweite Phase in Hessen sei ideal gewesen. Da berichten aber ehemalige Studis was ganz Anderes. Zwei Jahre - notwendig? Das ist quantitatives Denken. Ein Jahr kann zu kurz sein, 2 Jahre zu lang - alles hängt letztlich von der Qualität der Betreuung und der Strukturierung dieser Zeit ab.

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Björn Hiemer
Björn Hiemer (bhiemer) - 07.06.2012 13:35 Uhr

Es ist schier zum Entsetzen

Es ist eine Katastrophe, was Lehramtsstudenten lernen oder nicht lernen. Es ist unaussprechlich, in welcher Form und nach welcher Vorbereitung sie dann auf die Schüler losgelassen werden. Im Moment ist das wenig mehr als gute Wünsche. Pädagogik? In vielen Ländern abgeschafft oder nur im Sonderplan. Ein Englischlehrer kann also unter Umständen kein Wort Englisch (weil Englischkenntnisse gehören nicht zu überprüfungspflichtigen Kenntnissen bei Studium der englischen Philologie), kann nicht mit Schülern umgehen und fühlt sich ansonsten auch aprupt überfordert, weil er eigenlich nicht mal erahnt, worauf er hinstudiert hat.

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Alina Duesselman

Jammern auf hohem Niveau

Die Einführungsphase wurde nun von 6 auf 3 Monate verkürzt. Ach je.. Wer solch hohe Gehälter verdienen will, muss sich halt auch etwas anstrengen. Wie wäre es, den Gehalt der Lehrer um die Hälfte zu kürzen, und dafür doppelt so viel Lehrer einstellen, gerne auch mit 6 Monaten Einführung..

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.06.2012 14:49 Uhr
Sabine Darbohlt
Sabine Darbohlt (sadar) - 07.06.2012 14:49 Uhr

jetzt mal ganz ehrlich..

.. in den USA an ausgesuchten Schulen in Ballungszentren verdienen Lehrer vielleicht 100.000$ netto aber doch nicht in Deutschland! Also ganz ehrlich, kein. grund zur Aufregung.
In D werden Kinder, Erziehung und gesellschaftliche Zukunft, Wissenschaft ( schauen Sie sich die lächerlichen Professorengehälter an von 5000€!) doch nicht monetär gewürdigt.
Und wann Gehählter der Bevölkerung im Allgemeinen in D ansteigen werden - ähnlich wie in Frankreich - steht auch in den Sternen..

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Stephan Münzberg

@Alina Duesselman

An welcher Stelle sehen Sie bitte ein unrechtmäßig hohes Gehalt der Lehrer? Im Allgemeinen verdienen sie bei ähnlicher fachlicher Ausbildung deutlich weniger als wenn sie mit ihrem Abschluss in Mathematik, Wirtschaft, Physik, Chemie etc. pp. in die freie Wirtschaft gingen.

Nebenbei haben engagierte Lehrer im Schnitt nach Schätzung der GEW etwa 70 Arbeitsstunden / Woche. Das sollte eigentlich ein höheres Gehalt rechtfertigen können.

Außerdem kommt im Bericht ganz gut rüber, dass das Thema nicht mit Anstrengung allein zu bestehen ist. Lehren muss praktisch unter Anleitung erlernt sein. Niemand käme auf die Idee einen Dreher an eine Presse zu stellen, ihm kurz die Bedienung zu erklären und dann höchst komplizierte Geometrien nachbauen zu lassen bei denen alles auf den mm genau sein muss. Und das Schlimme daran ist, dass die Kinder (und die Referendare mit ihren Nerven und dem Berufsethos) die Verlierer dessen sind.

MfG

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 07.06.2012 10:38 Uhr

OK...?

Als Jurist machen Sie auch nach einem Monat Referendariat in der Staatsanwaltschaft Sitzungsvertretung, d.h. Sie treten als Staatsanwalt in Verhandlungen auf. Da jammert keiner drüber.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.06.2012 09:10 Uhr
Sabine Darbohlt
Sabine Darbohlt (sadar) - 09.06.2012 09:10 Uhr

stimmt.

Ja, stimmt wahrscheinlich. Mich hat nur damals an der Uni in Jura der Pragmatismus derart gestört, das ich es gelassen habe: Für beide Seiten argumentieren können. Das wollte ich nicht 'müssen'.
Die monetäre Seite kann man als Unternehmer in allen möglichen Branchen auf die Spitze treiben, das ist vollkommen branchenübergreifend und mehr Frage des eigenen Geschick.
Interessant ist Ihre Vermutung zu den Juristengehältern. Interessant ist auch meine wahrscheinlich gesellschaftsferne Wahrnehmung: ich finde mittlerweile selbst 5000€ netto viel zu wenig zum Leben. Naja :-)

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 07.06.2012 18:35 Uhr

Ethik der Juristen

Kommt drauf an. Als Jurist sorgen Sie dafür, dass die Gesellschaft funktioniert. Das ist nicht immer schön, muss aber von jemandem gemacht werden. Wissen Sie, wenn ich ein Unternehmen nicht bei seiner Finanzierung berate, schließt es einen schlechten Vertrag ab, verkracht sich mit der Bank, Kreditlinie kann gekündigt werden und die Bude ist dicht. Insoweit übe ich schon eine gesellschaftlich relevante Funktion aus, ja.
Das mit dem "Kohle verdienen" wäre sehr schön. Es ist in der Tat so, dass Sie mit einer gutgehenden Wirtschaftskanzlei nicht hungern. Aber: damit kann von einem Tag auf den anderen Schluss sein. Heute verdient man mehr als A13, netto vielleicht drei mal so viel. Morgen? Keine Ahnung, vielleicht gar nichts.
Im übrigen gehe ich davon aus, dass mindestens die Hälfte der Anwälte weniger verdienen als Lehrer.

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Sabine Darbohlt
Sabine Darbohlt (sadar) - 07.06.2012 14:42 Uhr

naja...

will man als Jurist nicht " schnell möglichst viel Kohle " verdienen ganz gemäß dem, was man in praktischer Ethik im Studium vielleicht bereits im Ansatz gelernt hat?
Und geht, wenn man sich trotz der Philo nicht als Rettung doch gegen den Juristenberuf entschiden hat, konnte, nicht die Desillusion im Juristenberuf und insbesondere in der Jprudenz nicht ganz besonders schnell?
Haben Juristen den Anspruch, etwas für de Gesellschaft tun zu wollen?

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