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Kassenverband BKK Krankmeldungen auf Höchststand seit 1999

 ·  In guten Konjunkturphasen steigt der Krankenstand, weil sich die Menschen in Zeiten schlechter Konjunktur nicht trauen zu fehlen. Diese Weisheit scheint nun eine neue Statistik des BKK Bundesverbands zu untermauern.

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Die Zahl der Krankmeldungen in deutschen Unternehmen hat schon 2011 den höchsten Stand seit 16 Jahren erreicht - und die Tendenz setzt sich auch im ersten Halbjahr 2012 fort. Die gesetzlich pflichtversicherten Beschäftigten wurden im Jahr 2011 im Durchschnitt für 16 Tage krankgeschrieben, teilte der Kassenverband BKK am Montag mit. Der Krankenstand habe somit 4,4 Prozent betragen. Ebenso hoch sei er im ersten Halbjahr dieses Jahres gewesen.

Häufig ist zu beobachten, dass in wirtschaftlich guten Zeiten die Krankenstände eher hoch sind, während sie in Rezessionszeiten zurückgehen. Dann haben die Menschen Sorgen um ihren Arbeitsplatz und wagen auch im Krankheitsfall häufiger nicht, der Arbeit fernzubleiben. Erst vor fünf Jahren hatten die Krankmeldungen mit durchschnittlich 12,4 Krankheitstagen einen Tiefstand erreicht. Nun waren sie so hoch wie zuletzt im Jahr 1999, teilte der BKK mit.

Mehr psychische Erkrankungen

Ein steigender Anteil der Fehltage ist auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Deren Zahl stieg im ersten Halbjahr abermals um 8 Prozent. Vor allem Männer fehlen wegen Problemen mit der Psyche immer häufiger im Job. Im Jahr 2011 gab es laut BKK-Verband bei ihnen einen Zuwachs um 20 Prozent, bei Frauen um 18 Prozent. Insgesamt liegen psychische Erkrankungen erstmals an dritter Stelle in der Fehltage-Statistik.

Mit 26,3 Prozent verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen und hier vor allem Rückenleiden die meisten Krankheitstage. Auf dem zweiten Rang folgen Atemwegserkrankungen, die in 14,4 Prozent der Fälle Grund für das Fehlen bei der Arbeit sind. Langzeitfälle mit mehr als sechswöchiger Krankheitsdauer verursachen inzwischen 47 Prozent aller Krankentage, obwohl sie nur vier Prozent der Fälle insgesamt ausmachen.

Der BKK Bundesverband analysiert nach eigenen Angaben die Befunde von jedem fünften sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Auswertung gilt als repräsentativ.

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