04.02.2007 · "Über Afrika gibt es viele Erzählungen. Sie faszinieren, stoßen aber auch ab. Eigentlich sind sie aber ein Bild unseres Selbst und nicht von Afrika.“
"Über Afrika gibt es viele Erzählungen. Sie faszinieren, stoßen aber auch ab. Eigentlich sind sie aber ein Bild unseres Selbst und nicht von Afrika.
Nach dem Abitur habe ich für ein halbes Jahr in Malawi in einem Kultur- und Museumsprojekt gearbeitet. Nun bin ich nach fünf Jahren Studium wieder in die Region zurückgekehrt - diesmal nach Sambia. In drei arbeitsreichen Monaten habe ich mit meinem tschechischen Tandempartner und der Hilfe einer Wahlbeobachterorganisation einen Bericht über die sambischen Wahlen im September verfasst.
Kommunikation ist der Schlüssel für positive Veränderung. Darum hat mir das ASA-Programm imponiert, insbesondere der Projektbestandteil GLEN, bei dem binationale Teams für drei Monate in ein fernes Land geschickt werden. Die Idee ist, Begegnungen zwischen den Teilnehmern zu fördern und zugleich den Austausch mit der Partnerorganisation im Land. Natürlich hängt es von jedem Einzelnen ab, was davon zurückbleibt. Für mich war es eine Chance, einen differenzierteren Umgang zu finden mit Themen, die in Deutschland gerne plakativ und stereotyp betrachtet werden.
Der Aufenthalt hat mir viele Denkanstöße gegeben, die ich mir für meine Diplomarbeit zunutze machen möchte. Die sogenannte "Entwicklungszusammenarbeit" ist für mich als Kulturwissenschaftlerin ein attraktives Arbeitsfeld. Mit der Zeit habe ich sie aber auch als sehr kontrovers in Durchführung und Auswirkung wahrgenommen. Insbesondere drückt sich in diesem Feld ein gewisser Paternalismus aus, der mich abstößt. Aus Karrieregründen eine Tätigkeit ausüben, die ich nicht ernsthaft sinnvoll finden kann? Diese Frage stellt sich in diesen Tagen vielen, die ein geisteswissenschaftliches Studium abschließen, um dann unbezahlte Praktika, unzählige Bewerbungsverfahren mit geringen Chancen auf Erfolg und auf zwei Jahre befristete Arbeitsverträge vorzufinden."