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Jens Ludewig Der Herr der Rahmen

19.06.2009 ·  Jens Ludewig war schon mit 24 Jahren Meister für die Verfahrensmechanik in der Halbleiterindustrie. Heute, drei Jahre später, führt er als Schichtleiter der Modulfertigung 15 Mitarbeiter.

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Jens Ludewig war schon mit 24 Jahren Meister für die Verfahrensmechanik in der Halbleiterindustrie. Heute, drei Jahre später, führt er als Schichtleiter der Modulfertigung 15 Mitarbeiter. Ein Modul ist eine türgroße gerahmte Fläche zusammengeschalteter Solarzellen. Mehrere Module bilden mit dem Wechselrichter und anderen Bauteilen eine Solaranlage, etwa auf dem Dach eines Wohnhauses. Um ein Modul zu fertigen, werden die fliesengroßen Solarzellen zu Ketten verschaltet. Aus mehreren Ketten (Strings) entsteht eine Fläche, die Matrix. Sie ist wie ein Sandwich aufgebaut, in Schichten aus Glas, Folien und den Zellen. Ein Vakuumofen verbindet die Schichten zu einem wetterfesten Ganzen. Anschließend montieren Roboter Anschlussdosen auf die Rückseite der Einheit und legen ihr vollautomatisch einen Aluminiumrahmen um. Nach Leistungsmessung und Konfektionierung ist das Solarmodul fertig.

Ludewig und seine Leute sorgen in der Solar Factory dafür, dass die Maschinen rund um die Uhr laufen. Der junge Mann aus der Nähe von Freiberg ist ein Überflieger in seinem Lehrberuf. Als bester Auszubildender seines Jahrgangs erhielt er ein Begabtenstipendium des Freistaats Sachsen, um sich fortzubilden. Er steckte die 1800 Euro im Jahr in einen Meisterkurs in Chemnitz, den er in Abendkursen besuchte - neben seiner Schichtarbeit bei FCM. Als er dort keine Aufstiegschancen sah, bewarb er sich bei Solarworld. „Dafür musste ich ja nur über die Straße gehen.“ Die berufsbegleitende Meisterschule hat Ludewig „mächtig geschlaucht“, wie er sagt, zahlte sich aber aus. „Wie sonst bekommt man so jung so viel Verantwortung?“ Er gibt aber zu, dass die Schichtarbeit nur in jungem Alter zu verkraften ist.

Ludewig ist froh, in der gegenwärtigen Krise gut aufgehoben zu sein. Er wundert sich über die Reaktion mancher Bekannter, denen es anders geht. „Die sagen: Bei uns ist überall Kurzarbeit, und bei euch rollt der Rubel, das ist doch nicht gerecht.“ Der fröhliche Brillenträger fragt dann zurück, was die anderen am Abend oder am Samstag unternähmen. Auf die Antwort, sie gingen feiern oder baden, sagt er: „Und ich geh' arbeiten, wie gerecht ist das denn?“

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