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Informatiker „Das kriege ich jetzt von meiner Tochter alles zurück“

15.01.2007 ·  „Wir wollten beide zu Hause bleiben, aber meine Frau hatte den Still-Vorteil und ich fand zuerst eine Stelle, also mußte ich arbeiten“, erzählt Entwicklungsleiter Bernhard Riehm - ein rundum zufriedener Teilzeit-Manager.

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Bernhard Riehm, 41 Jahre alt, arbeitet als Entwicklungsleiter der Perbit Software GmbH, einem Anbieter von Personalmanagement-Systemen. Er kam aus München nach Trossingen in die Heimat seiner Frau, als seine Tochter ein halbes Jahr alt war. „Wir wollten eigentlich beide zu Hause bleiben, aber sie hatte den Still-Vorteil und ich fand zuerst eine Stelle, also mußte ich arbeiten“, sagt er ironisch.

Als seine Tochter fünf war und seine Frau, eine Sozialpädagogin, eine 60-Prozent-Stelle bei der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, einem kirchlichen Verband, bekam, reduzierte der Informatiker Riehm seine Bürozeit. Seine Frau arbeitet inzwischen halbtags, mit Terminen meist am Nachmittag oder Abend. Er ist an zwei freien Nachmittagen für seine Tochter da - und glücklich.

„Als Entwickler bin ich zum Glück sehr flexibel. Ich bin für Arbeitsergebnisse zuständig, egal, wann ich´s mache.“ Seine Chefs waren anfangs verwundert, dass er sich für die Teilzeit entschlossen hatte, aber Steine in den Weg gelegt haben sie ihm nicht. Harte Arbeit sei es aber gewesen, sich auch wirklich Freiräume zu schaffen. Zwar arbeite er mehr als die vereinbarten 32 Stunden, doch wenn er Vollzeit im Büro wäre, würde er sicher auch mehr als 40 Stunden leisten. Aus der Entwicklung hat er sich ein bißchen zurückgezogen. „Dazu bin ich der Leiter, ich muß delegieren.“ Doch seine Führungsrolle füllt er voll aus - und sie bleibt unangefochten. Zwei Kollegen aus dem zehnköpfigen Team haben es Riehm sogar für einige Zeit nachgemacht.

„Ich würde es auf jeden Fall wieder machen“, schwärmt Riehm. Er habe eine intensive Beziehung zu seiner heute 10 Jahre alten Tochter aufgebaut, wie er sie nirgends in seinem Bekanntenkreis findet. Ganz langsam löst sich das heranwachsende Mädchen von seinen Eltern, Riehm sieht´s gelassen, das Engagement in der andauernden Teilzeitphase hat sich offenbar gelohnt. „Der Stress war´s wert“, sagt er, „das kriege ich jetzt von meiner Tochter alles zurück.“

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