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Hotellerie und Gastronomie : Offen für Arbeit im Ausland

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Arbeiten im Ausland: Für Arbeiter in Tourismus und Hotellerie häufig eine Möglichkeit Bild: dpa

Ob Frankreich, Polen oder Portugal - Arbeitgeber im Tourismus sollten im Ausland Fachkräfte suchen. Denn dort sind viele bereit, in einem anderen Land zu arbeiten.

          Hotelfachfrauen, Kellner oder Köchinnen - im Tourismus werden überall Arbeitskräfte gesucht. Für Arbeitgeber im Hotelgewerbe oder der Gastronomie ist es aber häufig schwierig, offenen Stellen zu besetzen. Die Yourcareergroup hat in Zusammenarbeit mit mehreren Jobbörsen mehr als 22.000 Arbeitskräfte aus der Branche in der pan-europäischen Studie „Global Hospitality Talents“ zu ihrem Arbeitsumfeld und ihren Vorstellungen befragt. An der Erhebung teilgenommen haben Beschäftigte aus Restaurant, Catering, Tourismus, Hotels und von Kreuzfahrtschiffen.

          Eine Möglichkeit um den perfekten Angestellten fürs Restaurant oder Hotel zu finden, ist im Ausland zu werben. 85 Prozent der Fachkräfte ziehen einen Job im Ausland nämlich in Betracht. Unter den befragten Deutschen sind es immerhin 76 Prozent. In Italien, Frankreich, Polen und Portugal können sich sogar 90 Prozent und mehr vorstellen für einen Job ins Ausland zu ziehen. Wohingegen der Anteil in Österreich, Spanien und Großbritannien am niedrigsten ist, aber auch hier sieht mehr als die Hälfte das als Möglichkeit.

          Das sind nicht nur theoretische Überlegungen: 38 Prozent der Befragten haben schon mal im Ausland gelebt und gearbeitet. Die attraktivsten Länder, um zu arbeiten, sind Großbritannien, Deutschland und Tschechien. Ein großer Teil der Arbeitnehmer kann sich aber auch vorstellen, noch weiter weg zu gehen. Außerhalb von Europa sind Australien, die Vereinigten Staaten, Kanada und Neuseeland sehr beliebt.

          Als Gründe für Jobs im Ausland werden meistens neue Erfahrungen und neue Herausforderungen angegeben, wichtig ist es auch, die eigenen Karrierechancen zu verbessern. Ein höheres Gehalt oder niedrigere Lebenshaltungskosten sind dahingegen selten ein Grund ins Ausland zu gehen. Für Deutsche ist es beim Job im Ausland besonders wichtig neue Kulturen kennenzulernen.

          Grundsätzlich prägt die Branche eine große Fluktuation und ein wenig stabiles Verhältnis zum Arbeitsplatz. Sechs von zehn Arbeitern würden gerne innerhalb der nächsten sechs Monate ihren Job wechseln. Nur zehn Prozent sehen sich in den nächsten drei bis fünf Jahren noch im selben Job. Das gilt nicht nur für einfache Arbeitnehmer, auch auf der Managementebene ist der Wille nach beruflicher Veränderung groß.

          Aus den Ergebnissen schließt die Studie, dass Arbeitgeber in Hotellerie und Tourismus verstärkt versuchen sollten, Potential im Ausland auszuschöpfen. Wichtig sei es dabei auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer einzugehen. Besonders gefragt sind beim neuen Arbeitgeber Weiterbildungsmöglichkeiten, angemessenes Gehalt und eine gute Work-Life-Balance.

          Arbeitsplätze im Ausland werden am häufigsten über online Jobbörsen gefunden. Wichtig ist aber auch das persönliche Netzwerk, ungefähr 20 Prozent der Befragten fanden ihren Job in Ausland drüber. Damit Arbeitnehmer lange bleiben, müssen sie sich im Arbeitsalltag wohlfühlen. Den Befragten aus der Tourismusindustrie sind dabei Teamwork, Interaktion mit Anderen und immer unterschiedliche Tagesabläufe besonders wichtig.

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