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Unternehmensfinanzierung : Wie man als Gründer Millionär wird

Auch Mister Spex wurde durch den Bonner Gründerfonds unterstützt. Bild: Unternehmen

Mit einer Startfinanzierung aus dem Hightech-Gründerfonds haben es viele Jungunternehmer geschafft. Aber Wagniskapital für Gründer bleibt Mangelware.

          Für die Milliarden, die amerikanische Internet-Pioniere wie Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg mit ihren Geschäftsideen verdient haben, reicht es noch nicht. Aber immer mehr deutschen Jungunternehmern gelingt mit einer Startfinanzierung aus dem Bonner Hightech-Gründerfonds (HTGF) der Aufstieg in die Millionärsriege. Die beiden Geschäftsführer Michael Brandkamp und Alex von Frankenberg haben für die F.A.Z. einmal genau durchgezählt: „Bis Ende 2016 waren es 43 echte und 108 Papiermillionäre“, sagt von Frankenberg. Die einen haben ihre Unternehmen erfolgreich versilbert, die anderen kommen auf siebenstellige Bewertungen für ihre Beteiligungen. Auch für den HTGF und die Geldgeber, die nach der Startphase das Wachstum mitfinanziert haben, hat die Erntezeit begonnen.

          Helmut  Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Seit 2005 hilft der überwiegend staatlich finanzierte Fonds jungen Unternehmen bei ihren ersten risikoreichen Schritten. Mehr als 10.000 Geschäftspläne wurden begutachtet und daraus bisher rund 460 Start-ups für eine Anschubfinanzierung ausgewählt. Naturgemäß läuft es nicht immer geradeaus. Trotz der sorgfältigen Vorprüfungen und intensiver Begleitung der Start-ups floppt ein guter Teil. Etwa 130 der geförderten Unternehmen sind wieder vom Markt verschwunden. Doch bei vielen anderen hat der HTGF ein Vielfaches seines Einsatzes zurückverdienen können. Einer dieser Leuchttürme war die im November von Vodafone übernommene RadioOpt, ein in Dresden ansässiger Spezialist für Netzwerkanalysen. „Da haben wir mehr als das Sechsfache unseres Investments zurückbekommen“, sagt Brandkamp. Er hat viele solcher Beispiele auf Lager, etwa die Münchener Magazino. Schon nach gut einem Jahr hatte Siemens die Anteile an dem Roboter-Entwickler übernommen und dem HTGF zu einem guten Schnitt verholfen.

          Knapp 70 seiner Ziehkinder hat der HTGF mittlerweile an andere Eigentümer übergeben. Die meisten davon waren noch aus dem ersten, im Jahr 2005 aufgelegten Fonds finanziert worden. Den insgesamt investierten 248 Millionen Euro stehen bisher Rückflüsse von 84 Millionen Euro gegenüber. Aber die beiden Geschäftsführer sind zuversichtlich. „Den HTGF I werden wir sicherlich nicht mit Verlusten abschließen. Bei vielen Unternehmen ist der richtige Zeitpunkt für einen Exit noch nicht gekommen“, meint von Frankenberg. Rund 100 Unternehmen aus dem ersten Fonds sind noch im Portfolio. Eine der Perlen ist Mister Spex, einer der führenden europäischen Online-Optiker, an dem der HTGF nach diversen Finanzierungsrunden noch einen Anteil von 6 Prozent hält. Große Erwartungen verbindet man ebenfalls mit Next Kraftwerke. Das Kölner Unternehmen mit inzwischen 110 Mitarbeitern vermarktet Energie aus Ökostrom-Anlagen an der Börse und als Regelenergie und kommt damit auf einen Jahresumsatz von rund 300 Millionen Euro. „Hier und in vielen anderen Portfolio-Unternehmen läuft es so gut, dass man mit dem Verkauf lieber wartet“, sagt von Frankenberg.

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