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Gefragte Forscher : Nicht ohne meinen Partner

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So ein Professor kommt selten allein Bild: dpa

Wer renommierte Professoren anlocken will, muss auch deren Partnern etwas bieten. Viele Hochschulen werden zu Doppelkarriere-Beratern - Tücken inklusive.

          Celest Brennecka hat Kalifornien gegen das Münsterland eingetauscht. Immerhin hatte sie einen einleuchtenden Grund dafür: „Ich bin wegen Greg hier.“ Greg ist ihr Mann Gregory Brennecka. Der amerikanische Kosmochemiker hat den mit bis zu 1,65 Millionen Euro dotierten Sofja-Kovalevskaja-Preis der Humboldt-Stiftung gewonnen, und mit diesem Geld baut er am Institut für Planetologie an der Universität Münster eine Forschungsgruppe auf. Der Gastwissenschaftler will nichts Geringeres als den Ursprung des Sonnensystems erforschen. Für den Forschungsaufenthalt ließen die Brenneckas Livermore bei San Francisco hinter sich und zogen nach Deutschland. Bis 2019 läuft Gregorys Stipendium.

          „Dass meine Frau ihre Karriere in Münster fortsetzen kann, war ein ganz wichtiger Punkt für uns, bevor wir hierherkamen“, sagt der Amerikaner. Seine Gattin ist Forschungsredakteurin. Sie half schon in den Vereinigten Staaten Wissenschaftlern dabei, ihre Forschungsergebnisse in gutem Englisch aufzuschreiben. Den gleichen Job hat sie nun an der Uni Münster: Im Sprachenzentrum lektoriert sie englische Texte, bevor diese an die Öffentlichkeit gehen. Hilfe bei der Arbeitssuche bekamen die beiden von der Universität. In Münster gibt es einen sogenannten „Dual Career Service“, ein Beratungsangebot für mitreisende Partner von neuen Wissenschaftlern. Nach ein wenig Recherche kam heraus, dass das Sprachenzentrum eine Forschungsredakteurin mit englischer Muttersprache gebrauchen kann.

          Die beiden Amerikaner in Westfalen sind kein Einzelfall: Junge und exzellente Forscher wie Gregory Brennecka haben oft Partner, die ebenfalls Karriere machen wollen. Ihr Beruf ist für diese Partner nicht nur Broterwerb, sondern ein Teil der eigenen Identität. Gerade zu einer Forschungslaufbahn gehört es unbedingt dazu, international gearbeitet zu haben - aber auch in der Wirtschaft sind Traumjob und Traumpartner nicht immer vereinbar. Viele Akademiker-Paare nehmen deshalb Fernbeziehungen und Wochenendpendelei auf sich, damit beide beruflich vorankommen.

          Pendeln wegen des Partners? Lieber nicht

          Aber Wissenschaftler sind immer seltener bereit, wegen eines Jobs über Ländergrenzen oder Ozeane hinwegzupendeln und den Stress und die Trennungsphasen auf sich zu nehmen. Das beobachten Personalfachleute an den Hochschulen. Seit längerem haben deshalb vor allem große Universitäten Dual Career Services eingerichtet, die Partnern neuberufener Professoren helfen sollen, am neuen Wohnort einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden. Die Idee dazu kommt aus den Vereinigten Staaten. Um das Modell nach Deutschland zu importieren, half die Exzellenzinitiative, sagen Experten wie die Soziologin Alessandra Rusconi. Dieses von Bund und Ländern im Jahr 2005 aufgelegte Förderprogramm unterstützt auch Zukunftsprogramme deutscher Universitäten. Die Folge: Die Exzellenz-Unis konnten Dinge wie Doppelkarriere-Beratungen mit dem Fördergeld einfach mal ausprobieren.

          Deutsche Hochschulen waren nicht die Ersten mit dieser Idee. Ende der 1990er Jahre hat die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich das Büro „Dual Career Advice“ eingerichtet. Dort berät Madeleine Lüthy die Ehe- und Lebenspartner von Professorinnen und Professoren bei der Jobsuche. „Seit den neunziger Jahren hörten wir in Berufungsverhandlungen immer öfter die Aussage: Wenn mein Partner nicht ebenfalls einen guten Job in der Schweiz findet, dann komme ich nicht“, sagt Lüthy. Weil die ETH seit jeher international rekrutiert, musste sie den Bedürfnissen ihrer Wunschwissenschaftler entgegenkommen. Dementsprechend gibt es in Zürich einen Fördertopf, mit dem die Universität für mitreisende Partner befristete Stellen an den Fakultäten finanziert. Unnötige Stellen schaffe die ETH aber nicht. „Das geht nur, wenn das Forschungsvorhaben wirklich gut ist und die Person tatsächlich gebraucht wird“, sagt Lüthy.

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