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Fußball-Schiedsrichter Markus Merk Entscheiden wie die beste Pfeife der Welt

 ·  Schiedsrichter Markus Merk ist einer der Besten seiner Zunft. Doch nicht nur im internationalen Fußballgeschäft ist der promovierte Zahnmediziner stark gefragt. Manager und Führungskräfte können viel von Merk lernen.

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„Nach meiner Entscheidung konnte ich nur noch unter Polizeischutz das Stadion verlassen.“ Ungern erinnert sich Markus Merk an seine ersten Auftritte als Schiedsrichter in der Ersten Fußball-Bundesliga. Es war das Spitzenspiel der Saison: 9. September 1989, Eintracht Frankfurt gegen Bayern München, der Erste gegen den Zweiten der Tabelle. Ein emotional aufgeladenes Spiel unter den prüfenden Blicken von 55.000 Zuschauern im Frankfurter Waldstadion.

Drei umstrittene Gelbe Karten für Spieler der Eintracht. Auf den Rängen aufgebrachte Fans, die an den Zäunen der Tribüne rütteln, Pfeifkonzerte und dann, kurz vor Spielende, der Führungstreffer für die Gäste aus München. Die Stimmung explodiert. Der junge, erst 26 Jahre alte Schiedsrichter beendet die Partie und muß mit Polizeischutz aus dem Stadion flüchten. „Meine Entscheidungen auf dem Rasen waren alle korrekt, wie die Fernsehanalyse später gezeigt hat. Man muß korrekte Entscheidungen aber auch richtig ,verkaufen' können, und diese Fähigkeit hat mir damals wohl noch gefehlt.“

„Nicht als Richter, sondern als Spielleiter“

Aber das ist lange her. Heute gilt Markus Merk als Experte für gute Entscheidungen, was nicht zuletzt seine vielen Auszeichnungen belegen: Weltschiedsrichter des Jahres 2004 sowie 2005; das Bundesverdienstkreuz; der Uefa Fair Play-Award 2003 und eine gemeinsame Ehrung mit Franziska van Almsick als „Sportler mit Herz 2005“.

Nicht nur im internationalen Fußballgeschäft ist der promovierte Zahnmediziner aus Kaiserslautern stark gefragt. In Stuttgart-Degerloch warten in den Veranstaltungsräumen des Straßenbahnamtes 40 Manager, Personalverantwortliche sowie Führungskräfte der verschiedensten Branchen, die der Seminareinladung der C2-Organisationsberatung gefolgt sind. Sie alle hoffen auf Ratschläge des Schiedsrichters, wie man im Unternehmensalltag besser mit Entscheidungen umgeht. „In meinem Job auf dem Fußballplatz verstehe ich mich nicht als Richter, sondern vielmehr als Spielleiter. Manager werden ja auch nicht als Unternehmensrichter bezeichnet, sondern als Firmenleiter.“

„Meine Stakeholder sind Spieler und Trainer“

Seine Situation vergleicht Merk gerne mit dem Management in einem Unternehmen. „Mein aktuelles Projekt ist das jeweilige Fußballspiel. Meine Stakeholder sind die Spieler, der Trainer und das Publikum.“ Auch die Teilnehmer des Seminars müssen täglich Entscheidungen treffen, ob sie Mitarbeiter entlassen, neue Projekte aufnehmen, Investitionen tätigen oder einfach nur mal früher Feierabend machen. Vielen von ihnen fällt es schwer, die richtige Entscheidung im richtigen Moment zu treffen. Daniel Guyer aus Zürich ist einer von ihnen. Guyer trägt Personalverantwortung bei einer großen deutschen Fluggesellschaft und mußte vor kurzem eine Mitarbeiterin entlassen.

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