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Führung : Wer einzelne Mitarbeiter bevorzugt, hat mehr Erfolg

Bild: dpa

Gleichbehandlung und Fairness waren gestern: Vorgesetzte, die einzelne Mitarbeiter bevorzugen, haben mehr Erfolg und fördern die Leistung der gesamten Abteilung. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Studie deutscher und internationaler Wissenschaftler, die der F.A.Z. vorliegt.

          Gleichbehandlung und Fairness waren gestern: Vorgesetzte, die einzelne Mitarbeiter bevorzugen, haben mehr Erfolg und  fördern die Leistung deer gesamten Abteilung. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Studie deutscher und internationaler Wissenschaftler, die dieser Zeitung vorliegt.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für Unternehmen.

          Für die Managementlehre bedeuten diese Erkenntnisse einen radikalen Kurswechsel, legen die gängigen Führungstheorien doch einen möglichst gleichen Umgang mit allen Mitarbeitern nahe. "Wir zeigen, dass es sich lohnt, nicht alle gleich zu behandeln", sagt Christian Tröster von der Kühne Logistics University in Hamburg, die an der Studie beteiligt war. Auch die London Business School sowie Wissenschaftler aus Kanada und den Niederlanden nahmen daran Teil. Sie fassten dafür Ergebnisse aus  Experimenten und Umfragen unter rund 1000 Beschäftigten zusammen.

          Lob und Blickkontrakt in Experimenten

          Laut Tröster vernachlässigten die bisherigen Ansätze vor allem soziale Vergleichsprozesse. "Ob Mitarbeiter die Führungsqualitäten ihres Chefs schätzen, richtet sich danach, wie er sie im Vergleich zu anderen behandelt." In einem Experiment waren die Führungskräfte deshalb zu einzelnen Teilnehmern besonders freundlich, lobten deren Beiträge und hielten längeren Blickkontakt.  Die Bevorzugten seien daraufhin produktiver gewesen und hätten das gesamte Team gestärkt. "Dagegen bringen Mitarbeiter, die gleich gut wie ihre Kollegen behandelt werden weniger gute Ergebnisse." 

          Einige Mitarbeiter gezielt zu bevorzugen bedeute jedoch nicht, anderen gegenüber den Respekt zu verlieren. Deshalb rät Tröster, dass Chefs ihre Aufmerksamkeit auf Mitarbeiter mit hohem Potential konzentrieren. Werde denen als Anerkennung für gute Arbeit lobend auf die Schulter geklopft, sei dies auch für den Rest nachvollziehbar.

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