http://www.faz.net/-gyl-75o4a
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 11.01.2013, 15:16 Uhr

Führung Wer einzelne Mitarbeiter bevorzugt, hat mehr Erfolg

Gleichbehandlung und Fairness waren gestern: Vorgesetzte, die einzelne Mitarbeiter bevorzugen, haben mehr Erfolg und fördern die Leistung der gesamten Abteilung. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Studie deutscher und internationaler Wissenschaftler, die der F.A.Z. vorliegt.

von
© dpa

Gleichbehandlung und Fairness waren gestern: Vorgesetzte, die einzelne Mitarbeiter bevorzugen, haben mehr Erfolg und  fördern die Leistung deer gesamten Abteilung. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Studie deutscher und internationaler Wissenschaftler, die dieser Zeitung vorliegt.

Sven Astheimer Folgen:

Für die Managementlehre bedeuten diese Erkenntnisse einen radikalen Kurswechsel, legen die gängigen Führungstheorien doch einen möglichst gleichen Umgang mit allen Mitarbeitern nahe. "Wir zeigen, dass es sich lohnt, nicht alle gleich zu behandeln", sagt Christian Tröster von der Kühne Logistics University in Hamburg, die an der Studie beteiligt war. Auch die London Business School sowie Wissenschaftler aus Kanada und den Niederlanden nahmen daran Teil. Sie fassten dafür Ergebnisse aus  Experimenten und Umfragen unter rund 1000 Beschäftigten zusammen.

Lob und Blickkontrakt in Experimenten

Laut Tröster vernachlässigten die bisherigen Ansätze vor allem soziale Vergleichsprozesse. "Ob Mitarbeiter die Führungsqualitäten ihres Chefs schätzen, richtet sich danach, wie er sie im Vergleich zu anderen behandelt." In einem Experiment waren die Führungskräfte deshalb zu einzelnen Teilnehmern besonders freundlich, lobten deren Beiträge und hielten längeren Blickkontakt.  Die Bevorzugten seien daraufhin produktiver gewesen und hätten das gesamte Team gestärkt. "Dagegen bringen Mitarbeiter, die gleich gut wie ihre Kollegen behandelt werden weniger gute Ergebnisse." 

Einige Mitarbeiter gezielt zu bevorzugen bedeute jedoch nicht, anderen gegenüber den Respekt zu verlieren. Deshalb rät Tröster, dass Chefs ihre Aufmerksamkeit auf Mitarbeiter mit hohem Potential konzentrieren. Werde denen als Anerkennung für gute Arbeit lobend auf die Schulter geklopft, sei dies auch für den Rest nachvollziehbar.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
UN-Klimavertrag Die Gala der vereinten Weltretter

Die Klimakarawane in Feierlaune: Am Sitz der Vereinten Nationen treffen sich heute die Staaten, um den mühsam ausgehandelten Weltklimavertrag zu unterzeichnen. Nicht jeder wird kommen, und der Erfolg ist fraglicher denn je. Mehr Von Joachim Müller-Jung, New York

22.04.2016, 04:27 Uhr | Wissen
Champions League Schlappe für Bayern München in Madrid

Kein Erfolg für die Bayern in der Champions League: Im Halbfinal-Hinspiel unterlagen die Münchner mit 1:0 dem Team von Atlético Madrid. Nach der Niederlage wollte Bayern-Trainer Pep Guardiola seiner Mannschaft aber keine Vorwürfe machen. Die Leistung der Spieler sei gut gewesen, nur das Ergebnis stimme nicht, so Guardiola. Mehr

28.04.2016, 15:29 Uhr | Sport
Heute in der Zeitung Ungesunde Überversorgung

Innere Medizin, Alzheimerkrankheit, Venus-Sonde, Wüstenlandschaften, Klimaforschung - das sind die Themen in unserer Mittwochsbeilage Natur und Wissenschaft. Mehr

21.04.2016, 12:16 Uhr | Wissen
Malender Roboter Künstlerische Intelligenz

Sie schaffen Gemälde ohne zu fühlen oder zu denken. Malende Roboter werden immer öfter für Kunst-Experimente und Forschungszwecke genutzt. Aber ist das Kunst aus der Maschine oder wird der Roboter wirklich zum Künstler? Mehr

14.04.2016, 12:32 Uhr | Technik-Motor
Heute in der Zeitung Quantenphysik als Videospiel

Klimapolitik, Drogen, Schizophrenie-Sporttherapie, Kakaobäume, Sternexplosionen, Regenwaldbewohner, Quantenspiele - das sind die Themen in unserer Mittwochsbeilage Natur und Wissenschaft. Mehr

28.04.2016, 12:16 Uhr | Wissen

Gründen für vegane Hipster Für gute Pizza verzichten sie auf 150.000 Euro im Jahr

Matthias Kramer und Marc Schlegel wollten eigentlich eine Dating-App herausbringen. Warum sie statt dessen ein Unternehmen für veganen, glutenfreien und kalorienarmen Pizzateig gegründet haben. Mehr Von Jonas Jansen 6 11