Home
http://www.faz.net/-gyl-75o4a
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Führung Wer einzelne Mitarbeiter bevorzugt, hat mehr Erfolg

Gleichbehandlung und Fairness waren gestern: Vorgesetzte, die einzelne Mitarbeiter bevorzugen, haben mehr Erfolg und fördern die Leistung der gesamten Abteilung. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Studie deutscher und internationaler Wissenschaftler, die der F.A.Z. vorliegt.

© dpa Vergrößern

Gleichbehandlung und Fairness waren gestern: Vorgesetzte, die einzelne Mitarbeiter bevorzugen, haben mehr Erfolg und  fördern die Leistung deer gesamten Abteilung. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Studie deutscher und internationaler Wissenschaftler, die dieser Zeitung vorliegt.

Sven Astheimer Folgen:

Für die Managementlehre bedeuten diese Erkenntnisse einen radikalen Kurswechsel, legen die gängigen Führungstheorien doch einen möglichst gleichen Umgang mit allen Mitarbeitern nahe. "Wir zeigen, dass es sich lohnt, nicht alle gleich zu behandeln", sagt Christian Tröster von der Kühne Logistics University in Hamburg, die an der Studie beteiligt war. Auch die London Business School sowie Wissenschaftler aus Kanada und den Niederlanden nahmen daran Teil. Sie fassten dafür Ergebnisse aus  Experimenten und Umfragen unter rund 1000 Beschäftigten zusammen.

Lob und Blickkontrakt in Experimenten

Laut Tröster vernachlässigten die bisherigen Ansätze vor allem soziale Vergleichsprozesse. "Ob Mitarbeiter die Führungsqualitäten ihres Chefs schätzen, richtet sich danach, wie er sie im Vergleich zu anderen behandelt." In einem Experiment waren die Führungskräfte deshalb zu einzelnen Teilnehmern besonders freundlich, lobten deren Beiträge und hielten längeren Blickkontakt.  Die Bevorzugten seien daraufhin produktiver gewesen und hätten das gesamte Team gestärkt. "Dagegen bringen Mitarbeiter, die gleich gut wie ihre Kollegen behandelt werden weniger gute Ergebnisse." 

Einige Mitarbeiter gezielt zu bevorzugen bedeute jedoch nicht, anderen gegenüber den Respekt zu verlieren. Deshalb rät Tröster, dass Chefs ihre Aufmerksamkeit auf Mitarbeiter mit hohem Potential konzentrieren. Werde denen als Anerkennung für gute Arbeit lobend auf die Schulter geklopft, sei dies auch für den Rest nachvollziehbar.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Militärische Führung Alles hört auf mein Kommando!

Oberstleutnant Christian von Blumröder kommandierte in Afghanistan ein Ausbildungs- und Schutzbataillon im Raum Kundus. Er erinnert eindringlich daran, dass Führung auch nach dem Einsatzende noch keineswegs beendet ist. Mehr Von Reiner Pommerin

26.05.2015, 11:30 Uhr | Politik
Klinische Studie Ebola-Impfstoff gibt Grund zur Hoffnung

Die Medizin ist im Kampf gegen das Ebola-Virus offenbar einen Schritt weiter gekommen: Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf haben Wissenschaftler vielversprechende Daten einer klinischen Studie vorgestellt. Mehr

11.04.2015, 13:28 Uhr | Wissen
Soziale Systeme Die Tücken des Symbols

Lobende Worte sind wirksam und kostengünstig. Warum sind sie dann so selten? Mehr Von Boris Holzer

19.05.2015, 12:35 Uhr | Wissen
Demenz-Erkrankung Der Alzheimer-Fluch in Kolumbien

In dem kleinen Städtchen Yarumal im Norden Kolumbiens erkranken ungewöhnlich viele Menschen an Alzheimer, oft schon in frühen Jahren. Grund ist eine genetische Mutation, die von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird. Wissenschaftler hoffen, hier in einem Langzeit-Experiment eine mögliche Therapie gegen die Demenz-Erkrankung finden zu können. Mehr

09.01.2015, 12:59 Uhr | Gesellschaft
Entzug für Raucher Bei Rückfall bitte zahlen

Offenbar hilft es Rauchern beim Entzug, wenn ein Geldeinsatz verlangt wird, den man nur zurückbekommt, wenn man abstinent bleibt. Wenn hingegen eine Belohnung winkt, wirkt das weniger überzeugend. Mehr Von Hildegard Kaulen

23.05.2015, 08:37 Uhr | Wissen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 11.01.2013, 15:16 Uhr