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Frauenquote Managerinnen vermisst

 ·  Mangelt an es an weiblichen Führungskräften? Oder mangelt es am Willen der Unternehmen, sie einzustellen? Eine Umfrage unter Headhuntern zeigt: Beides stimmt.

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Der niedrige Frauenanteil in den Führungsetagen deutscher Unternehmen hat nach Einschätzung von Headhuntern vor allem einen Grund: Es mangelt an geeigneten Bewerberinnen. Das zumindest ist das Ergebnis einer Umfrage unter 530 Personalberatern, die der Branchenverband BDU im Sommer dieses Jahres durchgeführt und jetzt veröffentlicht hat.

„Für Vorstands- und Aufsichtsratsposten werden berufs- und führungserfahrene Kandidaten 45 plus gesucht“, sagt Michael Heidelberger, Vorsitzender des BDU-Fachverbandes Personalberatung und im Hauptberuf selbst Personalberater. „Genau diese Alterskohorte ist bei den besonders qualifizierten Frauen zur Zeit noch schmal.“

Nachfrage verändert sich kaum

Doch die Umfrage hat auch ergeben, dass der Veränderungswille in den Unternehmen nach Einschätzung der Personalberater offenbar begrenzt ist. Denn trotz der anhaltenden politischen Diskussion um die Einführung einer Frauenquote haben mehr als 60 Prozent der Personalberater nicht das Gefühl, dass die Nachfrage der Unternehmen nach qualifizierten Frauen für Fach- und Führungspositionen gestiegen ist. Stattdessen sagen die meisten, das Einstellungsverhalten der Unternehmen habe sich nicht geändert.

So kommt es, dass Frauen weiter in der Minderheit sind, wenn Personalberater Führungspositionen vermitteln. Am höchsten ist der Anteil weiblicher Führungskräfte an den Neubesetzungen mit 30,2 Prozent im Personalwesen, gefolgt vom Marketing und Vertrieb mit 20 Prozent. Im Finanzbereich und im Controlling waren knapp 17 Prozent der im vergangenen Jahr von Personalberatern vermittelten Führungskräfte Frauen. Im Bereich IT und Produktion betrug der Frauenanteil nur 5,7 beziehungsweise 4,1 Prozent.

Zehn Jahre bis zum Ziel

Bis Einsteiger ins Management aufsteigen, dauert es nach Erfahrung der Headhunter in der Regel zwischen acht und zehn Jahren. Der notwendige Unterbau für einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen müsse daher erst nach und nach geschaffen werden, sagt Verbandschef Heidelberger.

Als zweithäufigsten Grund für den geringen Frauenanteil nannten die Personalberater nach dem Mangel an geeigneten Bewerberinnen, dass qualifizierte Frauen noch zu oft durch männlich geprägte Hierarchien und Karriere-Spielregeln ausgebremst würden. Ihnen fehlten die nötigen Netzwerke, nach innen wie nach außen.

Führen in Teilzeit, flexible Arbeitszeitseinteilung und betriebsinterne Kinderkrippen - nach Ansicht des Verbands gibt es auf Unternehmensseite noch viel Nachholbedarf. Außerdem sollten Managerinnen für ihre Arbeit die gleiche Vergütung erhalten wie ihre männlichen Kollegen. „Managerinnen müssen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen noch immer Gehaltseinbußen in Kauf nehmen“, heißt es in der Studie. Die Rolle von Mentoringprogrammen werde dagegen überschätzt.

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