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Frauenanteil an Hochschulen Jede fünfte Professur ist mit einer Frau besetzt

 ·  Immer mehr weibliche Absolventen, immer mehr weibliche Doktoranden. Nur bei den Professoren hakt es noch. Doch auch hier gehen die Zahlen ganz langsam nach oben: Einer neuen Statistik zufolge ist jede fünfte Professur mittlerweile weiblich besetzt.

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Jede fünfte Professur an den Hochschulen in Deutschland ist inzwischen mit einer Frau besetzt. Im Jahr 2000 hatten weibliche Wissenschaftlerinnen erst jede zehnte Stelle inne, wie Bildungs-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen am Montag in Berlin mitteilte. Ein spezielles Förderprogramm der Bundesregierung habe wesentlich zu dieser Steigerung beigetragen.

Bund und Länder fördern bis zu drei Professorinnen-Stellen je Hochschule, wenn diese ein überzeugendes Gleichstellungskonzept vorgelegt hat. Seit 2008 seien 260 Professuren für hoch qualifizierte Wissenschaftlerinnen mit dem Programm gefördert worden.

Die Wissenschaft ist bis heute einer der besonders problematischen Bereiche, wenn es um Frauen-Karrieren geht. Unter den Absolventen eines Studiums ist noch gut die Hälfte weiblich. Ihr Anteil unter den Doktoranden beträgt 40 Prozent. Erst unter den Habilitanden wird der Frauenanteil dann beträchtlich kleiner.

Besonders kritisch sei die Phase gegen Ende und nach der Promotion - die Zeit, in der die meisten Familiengründungen stattfänden, so das Kompetenzzentrum für Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS/GESIS. Das Zentrum ist ein nationaler Think Tank zum Thema Gleichstellung in der Wissenschaft.

Dort wird jedoch davor gewarnt, nur das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Wissenschaft als zentrale Ursache zu sehen. Hinzu kämen weitere strukturelle Probleme. So sei eine Wissenschaftslaufbahn mit einer langen Phase der Unsicherheit verbunden. Gleichzeitig seien die Erwartungen an den zeitlichen Einsatz und die Mobilität sehr hoch.

Ob das Professorinnen-Programm von Bund und Ländern weitergeführt wird, ist allerdings unklar. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern entscheidet am 29. Juni 2012 über eine zweite Phase. Staatssekretärin Quennet-Thielen warb für eine Fortführung. Neben den neuen Stellen selbst seien die strukturellen Wirkungen ein wesentlicher Erfolg des Programms. Sie zeigten die neue Qualität der Gleichstellungspolitik im Wissenschaftssystem. An den Hochschulen werde dadurch eine breite Diskussion über die Gleichstellung von Frauen in Gang gesetzt.

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