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Frauenanteil an Hochschulen Jede fünfte Professur ist mit einer Frau besetzt

 ·  Immer mehr weibliche Absolventen, immer mehr weibliche Doktoranden. Nur bei den Professoren hakt es noch. Doch auch hier gehen die Zahlen ganz langsam nach oben: Einer neuen Statistik zufolge ist jede fünfte Professur mittlerweile weiblich besetzt.

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Erich Jansen
Erich Jansen (Nonosus) - 19.06.2012 21:16 Uhr

Genderpolitik reproduziert Geschlechtertrennung

Ich kenne kaum einen männlichen Privatdozenten, der nicht im Lauf seiner Berufungsphase einen veritablen Hass auf die Praktiken der Frauenförderung erworben haben. In meinem Fach gibt es schlicht zu wenig weibliche Habilitierte. Also werden - ganz unabhängig von der Qualität - die selben "Ladenhüterinnen" zu jedem Vorsingen eingeladen. Manches Mal macht das Gerücht die Runde, die Universitätsleitung wolle unbedingt den Anteil an Professorinnen erhöhen. Hier und da ist sogar etwas dran.
Weil jeder weiss, dass Geschlecht ein wichtiger Faktor bei den Einladungen zum Bewerbungsvortrag ist, wird hier stets genau beobachtet. Dies führt dazu, dass die Geschlechterfrage stets in den Köpfen präsent ist. Statt Schwellen abzubauen, werden sie zementiert und sogar erhöht. Denn wer einmal einer tollwütigen Frauenbeauftragten gegenüber saß, der wird sich denken: Wenn ich am Drücker bin, dann läuft das ganz anders! Damit werden die berüchtigten Männernetzwerke stabilisiert.

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Christoph Mueller

Undifferenzierte Statistiken

"Ihr Anteil unter den Doktoranden beträgt 40 Prozent. Erst unter den Habilitanden wird der Frauenanteil dann beträchtlich kleiner."

Zunächst einmal sind derartige, ständig wiederholte Statistiken völlig wertlos, weil sie überhaupt nicht berücksichtigen, dass es in vielen Fächern zwar sehr hohe Studentenzahlen, aber vergleichsweise wenige Professorenstellen gibt. Gerade die vorwiegend von Frauen frequentierten Geisteswissenschaften gehören dazu und würde man die Zahlen bereinigt auf die einzelnen Fakultäten umlegen, würde bereits ein großer Teil dieses angeblichen Gendergaps verschwinden. Oder sollen aus der hohen Zahl weiblicher Romanistikstudentinnen Ansprüche auf hinreichend viele von Frauen besetzte Informatikprofessuren abgeleitet werden ? Ich glaube, das gibt wohl eher wenig Sinn. Oftmals sind es ja auch die rein persönlichen Lebensplanungen, und wenn Männer eher bereit sind, den beschwerlichen Weg zu einer Professur zu riskieren, sollten wir ihnen für ihren Ehrgeiz dankbar sein.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.06.2012 20:05 Uhr
Christoph Mueller

Harte Fakten...

...schätze ich durchaus, deshalb habe ich auch detailliert argumentiert. In Ihrer Antwort kann ich hingegen keine Sachargumente erkennen. Aber Sie können gerne Stellung beziehen - weshalb meinen Sie die Professorenzahlen mit den *aktuellen* Studentenzahlen korrelieren zu können, obwohl diese über die Jahrzehnte hinweg, als die gegenwärtige Professorenschaft berufen wurde, in dieser Form überhaupt gar nicht bestanden haben ? Wieso beziehen Sie sich nicht vielmehr auf den Geschlechteranteil unter den aktuellen Berufungen ? Und auch diese kann man nur sehr begrenzt heranziehen, da jetzt berufene Professoren vor vielleicht zehn oder mehr Jahren studiert haben. Derartige Korrelationen sind also nur sehr eingeschränkt brauchbar.

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Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 20.06.2012 11:12 Uhr

Denkfehler

Wenn harte Fakten und Zahlen für Sie "Denkfehler" sind...

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Christoph Mueller

Kleine Korrektur

Und auch dieser typische Denkfehler zeigt deutlich, wie leicht man zu unsinnigen Folgerungen kommen kann, wenn man nicht genau nachdenkt. Der Geschlechteranteil unter der Professorenschaft steht ja in keinem Zusammenhang mit den aktuellen Studentenzahlen, sondern bestenfalls mit denen über die letzten Jahrzehnte hinweg, viele Professoren sind ja schon vor Jahrzehnten berufen worden. Wenn überhaupt, müsste man den Geschlechteranteil unter den Neuberufungen betrachten, aber auch diese, bessere Betrachtungsweise, greift viel zu kurz und kann nicht einfach mit Studentenzahlen korreliert werden, denn es haben nun einmal nicht alle Menschen die gleichen Lebensplanungen und den gleichen Ehrgeiz. Deshalb noch einmal meinen ausdrücklichen Dank an die vielen erfolgreichen, ehrgeizigen Männer, die so viel für unsere Gesellschaft leisten.

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Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 19.06.2012 21:31 Uhr

kleiner Bericht aus der Nicht-Geisteswissenschaftlichen Praxis

In der Chemie ist es an den Unis Frankfurt, Mainz und München (meine Studienorte) so wie an allen Unis - Frauenanteil bis Vordiplom etwa 50%. Professorinnenanteil <10, bei gleichen Leistungen/Noten....

Mann will es halt nicht sehen.

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Herbert Weidinger

Was lernt man daraus?

Die in diesem Artikel zitierten Erkenntnisse von CEWS/GESIS sprechen aber auch nur strukturelle Probleme an, die jeden in der Wissenschaftslaufbahn betreffen. Probleme, die auf Diskriminierung von Wissenschaftlerinnen hinweisen werden gar nicht genannt!
Das heißt zum einen, dass die prekäre Situation von Doktoranden, Post-doktoranden, Lehrbeauftragen, allen vor der Professur, dringend in den Fokus rücken sollte anstatt ziemlich einseitig auf 'Geschlechtergerechtigkeit' zu schielen. Warum Frauen aufgrund dieser Situation eher abspringen, ist eine Frage, die nichts mit Quoten zu tun hat.
Zum anderen sollte beachtet werden, was der Druck zur Gleichsellung angesichts dessen bewirken kann. Was, wenn sich wirklich mehr Männer auf allen Ebenen bewerben? Muss man da gegensteuern ohne das es Beweise einer Diskriminierung gibt? Werden dann nicht Männer benachteiligt?

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Michael Meier
Michael Meier (never1) - 19.06.2012 10:43 Uhr

"Brüste...."

....sagte der langjährige Privatdozent nach der Ablehnung seiner Bewerbung an der Uni mit zu geringer Frauenquote......"wenn ich welche hätte, würde ich Professor"

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Antworten (7) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.06.2012 18:57 Uhr
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 21.06.2012 18:57 Uhr

Haargenau

die grosse Frauen-Verschwörung. Wer hätte noch nicht davon gehört?

Na wenn es Sie glücklicher macht...

Ich empfehle Ihnen aber, zwecks Bodenhaftung einfach mal in Betracht zu ziehen dass eventuell nicht alle Frauen völlig unfähig sind, auch Spitzenpositionen zu besetzen...ich weiss, das ist anstrengender als an Verschwörungstheorien zu glauben.
Aber es hilft. Probieren Sie es halt mal :-)

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Christoph Mueller

Schluß mit der Frauenbevorzugung !

"...dass sich die Damen das nur erlauben können weil Sie das richtige Geschlecht haben."

Haargenau richtig formuliert. Sie treffen den Nagel auf den Kopf.

Übrigens waren Guttenbergs Popularitätswerte bekanntermaßen weit besser als die Schavans, geschützt hat ihn auch das nicht. Der Fall Schavan zeigt nachdrücklich, dass Frauen sich gegenwärtig buchstäblich alles erlauben können, während Männer von den Medien politisch zu Tode gehetzt werden. Der Fall Schavan ist insbesondere deshalb so unerträglich, weil gerade eine Wissenschaftsministerin, die Plagiate in ihrer Doktorarbeit zu verantworten hat, ein absolutes Unding ist. Wenn sie ausdrücklich meinte, sich für ihren Kollegen Guttenberg schämen zu müssen, MUSS man jetzt die gleichen Maßstäbe an sie anlegen. Aber die Presse schweigt und hält still - sie ist ja eine Frau.

Deshalb mein Appell - Schluß mit der Frauenprivilegierung, Frauen müssen endlich genauso hart beurteilt und kritisiert werden wie Männer.

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Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 20.06.2012 20:37 Uhr

Ahhhja.

Weil die Umfragewerte für Merkel und Schavan recht gut sind und um Sie herum Leute diese Damen gar nicht so schlecht finden haben nicht etwa alle anderen herum eine objektive Sichtweise - nein, Sie, und nur Sie sehen dass sich die Damen das nur erlauben können weil Sie das richtige Geschlecht haben. Sozusagen die grosse Medienfrauenverschwörung. Naja wenn Sie meinen :-)

Blöd nur, dass keine einzige Frau ein DAX-Unternehmen führt. Das von den Staatspräsidenten weltweit die Frauen an einer Hand abzählen kann. Das es -zig Studien gibt, die belegen das Frauen weniger verdienen-bei gleicher Leistung wohlgemerkt...

Da würde ich an Ihrer Stelle Ihre Medienfrauenverschwörung noch mal prüfen - mit Verlaub, vielleicht existiert diese dann doch nur in Ihrer Phantasie... ich für meinen Teil habe nicht den Eindruck, das Merkel mehr geschont würde als Kohl und Schröder, von Ihren verhassten Medien...

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Christoph Mueller

Schlecht gelesen ?

Sie scheinen den Sinn meines Beitrages schlichtweg nicht verstanden zu haben, Herr Diesing. Nicht *ich* qualifiziere Frau Merkel in ihrer Eigenschaft als Frau, sondern Medien und öffentliche Meinung üben, trotz ihrer lausigen Wahlergebnisse, praktisch keinerlei Kritik an ihr. Wo Männer für ihre Misserfolge den Kopf hinhalten müssen (z.B. Röttgen, Westerwelle, u.A.), werden Frauen mit Samthandschuhen angefasst, Merkel ist hierfür das bekannteste Beispiel. Man könnte z.B. auch auf die Wissenschaftsministerin Schavan hinweisen, die trotz nachgewiesener Plagiate in ihrer Doktorarbeit im Amt bleibt, während ihr Kollege Guttenberg zurücktreten musste (sogar noch, weil Frau Schavan meinte, sich für ihn fremdschämen zu müssen - unglaublich).

Die Behauptung, Frauen würden härter kritisiert als Männer, ist ganz offensichtlich eine reine Legende, die Realität sieht genau umgekehrt aus.

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Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 20.06.2012 14:07 Uhr

Sehen Sie!

DANKE, Herr Müller.

Sie haben es perfekt gezeigt. Wieso ist das Geschlecht von Frau Merkel Thema? Wenn sie Herr Merkel wäre, wäre er einfach schlecht. Da sie aber Frau Merkel ist, ist sie für Sie eine schlechte FRAU.

Besser hätte ich den von mir aufgestellten Satz "Eine Frau muss MEHR leisten, um im selben Job anerkannt zu werden." gar nicht beweisen können, also nochmal Danke dafür :-D

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Christoph Mueller

Legende

"Eine Frau muss MEHR leisten, um im selben Job anerkannt zu werden."

Genau, das führt uns ja sogar unsere Bundeskanzlerin ständig vor, die trotz lausigster Wahlergebnisse für die CDU nicht im Geringsten kritisiert wird und im Amt bleibt, als ob sie der Niedergang ihrer Partei nichts angehe.

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Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 19.06.2012 21:29 Uhr

"Kompetenz..."

Es spricht für männliche Arroganz, so einen Stuss zu erzählen, wie dies Ihr langjähriger Privatdozent tat :-) Wer gibt schon gerne zu, dass die Kompetenz nicht ausreicht?

Umgekehrt wird ein Schuh draus. Eine Frau muss MEHR leisten, um im selben Job anerkannt zu werden. Aber dass muss Mann auch erst mal zugeben....

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Björn Hiemer
Björn Hiemer (bhiemer) - 19.06.2012 00:17 Uhr

Vereinbarkeit mit der Familie

Eines der Hauptprobleme dürfte sein, dass bis dato niemand ein großes Interesse gezeigt hat, eine Hochschulkarriere neben der Familie möglich zu machen. Abseits der Mainstream-Fächer sucht man offizielle Unterstützung vollkommen vergeblich. De facto ist eine Familie neben der akademischen Karriere zwar nicht unmöglich, aber schwierig. Viele Familien zerbrechen daran. Andererseits leidet der akademische Ruf, auch weil man nur unter Schwierigkeiten auf die bologna-typischen erforderlichen Publikationszahlen kommt.

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